Ein Regentag, Zeit für die Website und herzliche Gastfreundschaft
Am heutigen Tag ließ ich es gemütlich angehen und schlief erst einmal aus. Zum Frühstück bereitete ich mir eine große Schüssel Müsli zu und aß dazu Brot mit Erdnussbutter. In der Nacht hatte es bereits geregnet, und obwohl das Wetter am Morgen zunächst noch recht freundlich war, setzte gegen Mittag der vorhergesagte Regen ein. Umso glücklicher war ich, dass ich am Vortag zufällig Caroline kennengelernt hatte, die mir angeboten hatte, für zwei Nächte bei ihr und ihrer Familie unterzukommen.
So konnte ich den verregneten Tag ganz entspannt im Trockenen verbringen. Meine Unterkunft fühlte sich beinahe wie ein kleines Hotelzimmer an: ein eigenes Bad, ein Ankleidezimmer und ein großes, bequemes Bett. Nach den vielen Nächten im Zelt war das ein echter Luxus!
Am Vormittag machte ich mich zunächst an die Arbeit an meinen Kurzvideos. Ich schnitt die letzten Aufnahmen fertig und plante die Veröffentlichung auf meinen verschiedenen Social-Media-Kanälen. Das dauerte einige Stunden, doch damit war dieser Teil meiner täglichen Arbeit endlich erledigt.
Anschließend widmete ich mich meiner Website. Dort fügte ich die Tagebucheinträge, die jeweiligen Komoot-Routen und die Kurzvideos zu den einzelnen Blogtagen zusammen. So können alle, die meine Reise verfolgen, nicht nur meine Erlebnisse nachlesen, sondern auch meine gefahrenen Strecken nachvollziehen und die Landschaften in meinen Videos miterleben. Bis alles ordentlich aufbereitet und an der richtigen Stelle eingefügt war, vergingen noch einmal mehrere Stunden.
Irgendwann merkte ich allerdings, dass mein Kopf von der vielen Bildschirmarbeit müde wurde. Ich brauchte dringend etwas frische Luft und Bewegung. Also machte ich mich zu Fuß auf den Weg zum etwa zwei Kilometer entfernten Supermarkt, kaufte ein paar Kleinigkeiten ein und spazierte anschließend wieder zurück. Schon diese kleine Runde tat gut, und ich fühlte mich danach deutlich frischer.
Am Abend wartete dann eine besonders schöne Überraschung auf mich: Caroline hatte ein leckeres Abendessen vorbereitet. Es gab eine köstliche Reis-Gemüse-Pfanne, die ich nach dem langen Tag mit großem Appetit verspeiste.
Anschließend saßen wir noch lange zusammen und unterhielten uns mit Caroline und ihrem Mann über Gott und die Welt. Genau solche Begegnungen machen für mich das Radreisen so besonders. Man lernt Menschen ganz zufällig kennen, kommt miteinander ins Gespräch und bekommt Einblicke in andere Lebensweisen, die man als gewöhnlicher Tourist vielleicht niemals gewinnen würde. Dass mir die beiden so selbstverständlich ihr Zuhause geöffnet hatten, wusste ich wirklich zu schätzen.
Irgendwann wurde es spät, und ich machte mich bettfertig. Ich genoss noch einmal den Komfort des warmen, weichen Bettes und freute mich darüber, den Regentag sinnvoll genutzt und gleichzeitig ein paar schöne Stunden mit meinen Gastgebern verbracht zu haben.
Für den nächsten Tag war wieder besseres Wetter vorhergesagt. Mein nächstes Ziel wartete bereits auf mich: ein brutaler Anstieg auf der Strecke zwischen Lillooet und Pemberton, vor dem ich durchaus Respekt hatte. Doch genau solche Herausforderungen gehören zu meinem Abenteuer dazu. Ausgeruht und gut gestärkt wollte ich mich am nächsten Morgen wieder aufs Fahrrad schwingen und mich der nächsten Herausforderung stellen.



