Tag
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Durch die weiten Täler British Columbias bis in die Abenddämmerung

Am heutigen Morgen startete ich wieder von meinem Campingplatz aus in den Tag. Zum Frühstück gab es wie gewohnt Brot mit Erdnussbutter und etwas Obst. Anschließend packte ich meine Sachen zusammen, verstaute alles in meinen Fahrradtaschen und machte mich auf den Weg.

Am Anfang fehlte mir irgendwie noch die Energie, doch nach und nach kam ich in meinen gewohnten Rhythmus. Zunächst musste ich einen größeren Hügel erklimmen, bevor ich anschließend über eine längere Abfahrt hinunter ins Tal zum William Lake gelangte. Von dort aus öffnete sich die Landschaft zunehmend. Die weiten Täler mit ihren grasbewachsenen Hügeln waren wunderschön anzusehen und machten das Radfahren zu einem echten Genuss.

Immer wieder wechselten sich kürzere und längere Anstiege mit Abfahrten ab, während ich mich Stück für Stück in höhere Lagen vorarbeitete. Nach einiger Zeit erreichte ich schließlich 100 Mile House. Bei dem Namen könnte man zunächst vermuten, dass es sich lediglich um ein einzelnes Haus handelt. Tatsächlich ist es jedoch eine ganze Kleinstadt. Dort nutzte ich die Gelegenheit, im Save-On-Foods-Supermarkt meine Lebensmittelvorräte aufzufüllen.

Nachdem ich meine Einkäufe verstaut hatte, schwang ich mich wieder aufs Fahrrad. Nun stand ein weiterer Anstieg bevor, der mich über rund 250 Höhenmeter auf mehr als 1.200 Meter Höhe führte. Oben angekommen, ging es auf einem weitläufigen, hügeligen Plateau weiter. Die Landschaft wirkte hier oben noch einmal ganz anders und bot mir immer wieder neue Ausblicke.

Während ich weiterfuhr, neigte sich der Tag langsam dem Ende entgegen. Die tief stehende Sonne tauchte die Umgebung in ein warmes Licht und verlieh der Landschaft eine beinahe magische Atmosphäre. Am liebsten wäre ich noch länger stehen geblieben, um die Stimmung zu genießen. Allerdings hatte ich mir vorgenommen, am nächsten Tag Lillooet zu erreichen. Da für den übernächsten Tag Regen angekündigt war, wollte ich rechtzeitig in einer Kleinstadt ankommen, um dort auf einem Campingplatz oder in einer Unterkunft Schutz vor dem schlechten Wetter zu finden.

Also hieß es, noch einmal in die Pedale zu treten und möglichst viele Kilometer zurückzulegen. Die Abenddämmerung ging allmählich in die Dunkelheit über, und schließlich war ich nur noch mit meinen Fahrradlichtern unterwegs. Kurz vor 70 Mile House fand ich schließlich einen geeigneten Platz an einem See, an dem ich mein Zelt für die Nacht aufbauen konnte.

Mit meinem Fahrradlicht beleuchtete ich den Untergrund, während ich mein Zelt aufstellte und anschließend mein Abendessen zubereitete. Auch meine abendliche Routine erledigte ich noch unter freiem Himmel. Da mein Schlafplatz auf über 1.100 Metern Höhe lag, wurde es zunehmend kalt. Deshalb verkroch ich mich bald in meinen warmen Schlafsack.

Dort schnitt ich noch mein Kurzvideo vom Tag und schrieb meinen Tagebucheintrag. Als alles erledigt war, konnte ich endlich die Augen schließen und mich von den vielen Kilometern erholen. Ein weiterer Tag auf meiner Fahrradweltreise ging zu Ende – mit weiten Tälern, einsamen Straßen und einer wunderschönen Abendstimmung in der Natur British Columbias.