Tag
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Über Hügel, durch Täler und endlich wieder eine warme Dusche

Am heutigen Morgen machte ich mich nach einem kleinen Frühstück mit Brot, Erdnussbutter und etwas Obst von meinem Schlafplatz auf der großen Wiese wieder auf den Weg. Die LKWs donnerten weiterhin an mir vorbei, während ich mich über mehrere anspruchsvolle Anstiege Stück für Stück in Richtung Quesnel vorarbeitete.

Irgendwann folgte eine längere Abfahrt hinunter ins Tal von Quesnel. Während ich bergab rollte, wusste ich bereits, dass ich die gewonnenen Höhenmeter auf der anderen Seite des Tals wieder erklimmen musste. Zunächst ging es jedoch durch das Tal, über einen Fluss und anschließend von etwa 450 auf über 600 Höhenmeter hinauf.

Die Strecke wurde zunehmend hügeliger und führte mich durch das nächste Tal in Richtung McAlister. Dort bot sich mir eine fantastische Aussicht auf einen Fluss, der sich durch die umliegenden Berge schlängelte. Ich nutzte die Gelegenheit für eine kurze Pause, denn die vielen Höhenmeter des heutigen Tages und der vergangenen Etappen machten sich inzwischen deutlich in meinen Beinen bemerkbar.

Doch eine Verschnaufpause bedeutete noch lange nicht, dass die Anstiege vorbei waren. Von etwa 450 Metern ging es erneut auf knapp 800 Höhenmeter hinauf. Unterwegs kam ich am wunderschönen McLeese Lake vorbei. Dort konnte ich endlich meine Wasservorräte auffüllen und mir zusätzlich ein kühles Softgetränk gönnen – eine willkommene Erfrischung nach den anstrengenden Kilometern.

Anschließend setzte ich meine Fahrt in Richtung Süden fort. Irgendwann entdeckte ich ein Schild, das einen Campingplatz mit heißen Duschen ankündigte. Nach den vergangenen Tagen klang das für mich äußerst verlockend, also beschloss ich, dort anzuhalten und mich nach den Preisen zu erkundigen.

Der Betreiber empfing mich freundlich und machte mir ein wirklich faires Angebot: Ich durfte mein Zelt kostenlos aufbauen und musste lediglich zehn Dollar für die Dusche bezahlen. Falls ich zusätzlich meine Wäsche waschen und trocknen wollte, wären weitere sechs Dollar fällig. Da konnte ich nicht Nein sagen!

Nach fünf Tagen ohne richtige Dusche war es endlich wieder so weit. In den vergangenen Tagen hatte ich entweder keine Seen in der Nähe gehabt oder das Wasser war schlichtweg zu kalt gewesen, um mich darin vernünftig zu waschen. Die warme Dusche fühlte sich deshalb unglaublich gut an. Anschließend fühlte ich mich tatsächlich wie neugeboren und war froh, mir diese kleine Auszeit gegönnt zu haben.

Zurück am Zeltplatz kümmerte ich mich um mein Abendessen. Es gab die Nudeln, die ich vom Vortag übrig hatte, dazu den restlichen Porridge sowie Obst und Nüsse. Eine einfache, aber ausgewogene Mahlzeit, die mir nach den anstrengenden Etappen wieder Energie gab.

Mit vollem Magen setzte ich mich anschließend noch an meinen Tagebucheintrag und schnitt meine täglichen Kurzvideos für die sozialen Medien. Auch wenn diese Arbeit nach einem langen Tag auf dem Fahrrad manchmal Überwindung kostet, gehört sie inzwischen fest zu meiner Reise dazu. Schließlich möchte ich meine Erlebnisse nicht nur selbst festhalten, sondern auch meine Community daran teilhaben lassen.

Später am Abend wurde ich zunehmend müde und zog mich in mein Zelt zurück. Ein weiterer Tag voller Höhenmeter, beeindruckender Landschaften und kleiner Erfolgserlebnisse ging zu Ende. Und manchmal ist es eben genau eine warme Dusche, die einen nach fünf Tagen wieder richtig glücklich macht.