Durch den Yukon Richtung British Columbia
Nach einer kalten Nacht kroch ich am Morgen aus meinem Schlafsack. Zum Frühstück gab es wie gewohnt Brot mit Erdnussbutter und eine Banane. Danach packte ich mein Zelt zusammen und verstaute alles wieder ordentlich in meinen Fahrradtaschen.
Mit gerade einmal 0 °C war der Morgen noch bitterkalt, weshalb ich mich in meine dicksten Kleidungsschichten einhüllte. Doch je höher die Sonne stieg, desto angenehmer wurden die Temperaturen. Schon bald konnte ich wieder etwas lockerer fahren und die wunderschöne Landschaft um mich herum genießen.
Die Strecke führte durch eine beeindruckende Landschaft mit bunten Bäumen und immer wieder gewaltigen Bergmassiven, die sich neben mir auftürmten. Gleichzeitig wurde mir auch bewusst, wie wild und abgeschieden diese Region ist. Immer wieder standen Schilder am Straßenrand, die vor Wildtieren wie Elchen und Bären warnten. Gerade entlang der Straße kommt es offenbar immer wieder zu Begegnungen und auch Unfällen mit Tieren.
So arbeitete ich mich Stück für Stück von einem Hügel zum nächsten vor. Die vielen Berge sammelten sich zunehmend in meinen Beinen, doch die Landschaft sorgte dafür, dass es nie langweilig wurde. Bei etwa 11 °C war es während des Fahrens in meiner langen Kleidung sogar angenehm. Sobald ich jedoch für eine Pause anhielt, merkte ich schnell, wie frisch es auf den Höhenlagen zwischen 800 und über 1.000 Metern noch war.
Kilometer für Kilometer arbeitete ich mich weiter durch den Yukon in Richtung Cassiar Highway. Es fühlte sich irgendwann wie eine endlose Folge aus Bergen, Kurven und Weiten an. Nach einer gefühlten Ewigkeit und unzähligen Höhenmetern erreichte ich schließlich die Grenze zu British Columbia.
Noch im Yukon suchte ich mir einen schönen Platz an einem See, an dem ich mein Zelt für die Nacht aufschlagen konnte. Nach zwei Tagen ohne richtiges Bad wollte ich die Gelegenheit unbedingt nutzen und sprang kurzerhand ins Wasser. Bei gerade einmal 3 °C Außentemperatur und einem ohnehin schon eiskalten See war das allerdings eine ziemlich kurze Angelegenheit. Ein paar Sekunden mussten trotzdem reichen, um mich wieder frisch zu fühlen.
Anschließend kochte ich mir mit ausreichend Abstand zu meinem Zelt meine Nudeln. Gerade in dieser abgelegenen Wildnis wollte ich kein unnötiges Risiko eingehen und Essensgerüche möglichst weit von meinem Schlafplatz fernhalten.
Als die Dunkelheit hereinbrach, wurde es schnell wieder empfindlich kalt. Müde von den vielen Kilometern und den zahlreichen Anstiegen kroch ich schließlich in meinen warmen Schlafsack.
Ein weiterer Tag durch die beeindruckende Wildnis des Yukon ging zu Ende – und am nächsten Morgen wartete bereits British Columbia auf mich.







