Tag
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Ein kaltes Bad im Lac Kluane und Treffen mit anderem Radreisenden

Am Morgen wachte ich durch die leicht aufgehende Sonne auf. Es sollte ein wundervoller Tag vor mir liegen.

Da die Sonne mich schon relativ schnell aufwärmte, während ich mein Frühstück aß, ging an diesem Morgen alles ein bisschen flotter.

So baute ich nach meinem Frühstück mein Zelt ab, trocknete nach der kalten Nacht mit Minusgraden meinen Schlafsack und mein Zelt und verpackte dann alles wieder in die Taschen.

Anschließend filterte ich mir noch Wasser, damit ich für den heutigen Tag wieder genug davon hatte.

So ging es dann wieder weiter durch die schöne Landschaft. Die Straßen waren abwechselnd mal geteert und mal Gravel. Im Allgemeinen waren die Straßen jedoch relativ gut.

Entlang ging es dann an Seen mit wundervollen Bergspiegelungen, einigen Flüssen und kleineren Bächen und durch die bunte Herbstlandschaft.

So ging es weiter Richtung Südosten auf dem Alaska Highway Richtung Whitehorse.

Auch heute fuhr ich wieder über riesige Flussbetten. Die Strukturen der verschiedenen kleinen Bäche in diesem riesigen Flussbett sind immer wieder sehr faszinierend.

Pause machte ich dann nach knapp 60 Kilometern an einem kleinen See mit Keksen und auch einem kleinen Powernap.

Danach ging es wieder energiegeladen weiter, über einen Hügel nach dem anderen durch die Berglandschaften im Yukon.

Es gab hier in Kanada immer wieder öffentliche Toilettenhäuschen und Mülleimer. Zudem gibt es auch regelmäßig Campingplätze.

Ich benutze jedoch hier keine Campingplätze, da Campingplätze immer Wildtiere anziehen und ich keine Lust habe, Kontakt mit Bären, Füchsen oder Wölfen zu provozieren.

Aus diesem Grund baue ich immer irgendwo anders mein Zelt auf und meistens auch deutlich schöner und für mich alleine.

Auch heute haben mich die Mücken wieder genervt. Immer wenn ich langsamer als 20 km/h war, attackierten mich ganze Schwärme und flogen mir in alle Öffnungen an meinem Kopf.

Da hilft dann nur noch ein Mückennetz, was sich aber anfühlt wie eine Zelle für den Kopf.

Plötzlich traf ich dann Jovi, einen chilenischen Radfahrer, der mit seinem Hund und einem Anhänger unterwegs ist.

Er ist deutlich langsamer als ich unterwegs und war nun schon seit über drei Monaten in Alaska und jetzt auch auf dem Weg durch Kanada.

Wir unterhielten uns und verstanden uns direkt gut. So fuhren wir dann auch ein paar Kilometer bis zu einer nächsten kleinen Versorgungsstation.

In Burwash Landing kaufte ich dann im kleinen Kiosk noch ein bisschen etwas ein. Wir wussten zwar nicht, dass er schon um 18:00 Uhr schließt, und wir kamen um 17:50 Uhr dort an.

Ich hatte gerade einmal einen Einkauf getätigt und wollte noch meine Wasserflaschen auffüllen.

Als Jovi dann in den Laden ging, um für seinen Hund und sich für die nächsten Tage wieder etwas einzukaufen, sagten sie ihm, dass es zu spät sei und nun die Kassenabrechnung schon gemacht werde.

Das war sehr unfreundlich und blöd.

Glücklicherweise hatte ich immerhin noch genug bekommen. Jovi war jedoch zu höflich, um nun noch viel herumzudiskutieren.

Endlich schlossen sie dann den Laden und sagten uns, dass wir in 20 Kilometern in Destruction Bay auch noch etwas einkaufen können.

Hier trennten sich dann unsere Wege, da er dort noch ein bisschen im Internet sein wollte, ich jedoch noch ein bisschen weiterfahren wollte.

Als ich dann durch den nächsten Ort fuhr, sah ich jedoch keinen richtigen Kiosk. Ich hoffe, dass er noch irgendwo etwas zu essen bekommen hat. Die nächste Möglichkeit, Essen zu kaufen, ist nämlich noch über 150 Kilometer entfernt.

Ich machte dann mit der untergehenden Sonne am Lac Kluane ebenfalls Stopp.

Die Sonne war zwar noch nicht untergegangen, jedoch schon hinter den großen Bergen verschwunden, und es wurde spürbar kälter.

In einer kleinen, schönen Bucht baute ich dann mein Zelt auf und kochte mein Abendessen.

Es war ein wunderschöner Schlafplatz und eine sehr tolle Bucht. Ich ging sogar in der Bucht ins Wasser, was ein bisschen Überwindung brauchte, da das Wasser des Sees extrem kalt war.

Zudem waren die Temperaturen am Abend nun schon auf unter 5 °C gefallen. In der Nacht sollte es -5 °C werden.

Also versuchte ich, nicht allzu lange meine Sachen zu machen und spätestens bei Eintritt der Dunkelheit ins Bett zu gehen.

Das klappte auch alles, und ich war dann in meinem warmen Schlafsack, bevor die Temperaturen unter null gingen.