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Von Tokio über Hawaii nach Alaska

Am nächsten Morgen ging es für mich schon früh mit dem Schnellzug Shinkansen von Kyoto zurück nach Tokio. In Tokio angekommen, fuhr ich wieder zu meinem Fahrradladen, wo mein Fahrrad und meine Taschen auf mich warteten.

Dort verschloss ich zunächst den Karton mit meinem Fahrrad und verteilte mein gesamtes Gepäck strategisch nach Gewicht auf mein Handgepäck und das aufgegebene Gepäck mit den Fahrradtaschen. Dabei musste ich natürlich darauf achten, die jeweiligen Gewichtslimits möglichst gut auszunutzen.

Dann hatte ich noch ein großes Problem: Wie komme ich mit dem Fahrradkarton und meinem ganzen Gepäck zum Flughafen? Da ich extra einen etwas größeren Karton gewählt hatte, passte dieser in keinen normalen Bus. Also musste ich irgendwie ein Taxi organisieren.

Da Uber in Japan hauptsächlich normale Taxis vermittelt und die japanischen Websites anderer Taxiunternehmen für mich häufig ziemlich kryptisch sind, musste ich eine andere Lösung finden. In anderen Ländern hatte ich bereits LaLaMove als Transportunternehmen genutzt. Das hatte eigentlich immer gut funktioniert, und dort konnte ich auch selbst mit meinem Gepäck mitfahren.

Als ich schließlich mit dem Verpacken fertig war und gerade überlegte, wie ich nun ein Taxi finden sollte, sah ich plötzlich in der Sackgasse, in der die Busse wenden und wieder in die andere Richtung fahren, ein Taxi stehen. Ich ging direkt zum Taxifahrer und fragte, ob er mich mitnehmen könnte.

Wir versuchten zunächst, meinen Fahrradkarton in das Taxi zu bekommen, aber er war einfach zu groß. Also fragte ich den Taxifahrer, ob er vielleicht jemanden kennen würde, der mich mitnehmen könnte. Und tatsächlich: Nur etwa 15 Minuten später kam ein großer Van. Wir packten mein Fahrrad und mein gesamtes Gepäck hinein und konnten schließlich losfahren.

Am Flughafen angekommen, war dann alles relativ unkompliziert. Mit einem Gepäckwagen ging es mitsamt Fahrrad und meinem gesamten Gepäck über verschiedene Aufzüge bis zum Gate. Ich war natürlich noch viel zu früh, da ich deutlich mehr Zeit für die Organisation des Taxis eingeplant hatte. Im Nachhinein war das aber genau richtig. So hatte ich keinen Stress und war sogar deutlich früher am Flughafen als geplant.

Ich stellte mich schon einmal am Gate an, obwohl der Check-in für meinen Flug offiziell erst um 18:50 Uhr mit der Gepäckabgabe begann. Da ich jedoch bereits für den vorherigen Flug als Erster in der Reihe stand, wartete ich ungefähr drei Stunden, bis ich schließlich mein Gepäck etwas früher abgeben konnte.

Allerdings gab es auch hier noch eine kleine Überraschung: Meine Fahrradbox war anscheinend zu groß. So etwas hatte ich an einem Flughafen bisher auch noch nie erlebt. Ich musste die Fahrradbox noch einmal öffnen, und wir mussten den Deckel um etwa zehn Zentimeter kürzen.

Da die Japaner einfach unglaublich nett und hilfsbereit sind, wurde mir dabei tatkräftig geholfen. Nach ungefähr 20 Minuten war der Fahrradkarton auf die richtigen Maße gekürzt, wieder verklebt und bereit für die Reise.

Ich hatte außerdem riesiges Glück, dass ich für mein Gepäck nicht noch einmal mehrere hundert Euro bezahlen musste. In meinem Tarif waren zweimal 23 Kilogramm Gepäck enthalten, ich hatte allerdings jeweils ungefähr 30 Kilogramm dabei. Normalerweise hätte ich dafür mit erheblichen Zusatzkosten gerechnet.

Als schließlich alles hinter der Sperrgepäckschleuse verschwunden war, machte ich mich schnell mit meinem restlichen Gepäck auf den Weg. Mein Handgepäck nehme ich beim Fliegen mit dem Fahrrad grundsätzlich nicht aus den Augen – auch wenn es natürlich ebenfalls deutlich schwerer ist, als eigentlich erlaubt wäre. Mit der Zeit wird man einfach routiniert darin, wie man mit einem Fahrrad fliegt, auch wenn es jedes Mal wieder etwas stressig ist.

Danach ging es durch die Sicherheitskontrolle, vor der ich durchaus etwas Respekt hatte. Am Ende wurde ich jedoch einfach durchgewunken. So war ich schließlich am Gate und hatte noch ungefähr zweieinhalb Stunden Zeit, bevor das Boarding begann.

Dann hieß es auch schon, Abschied von Tokio und für eine längere Zeit auch von Asien zu nehmen und Amerika entgegenzusehen.

Zunächst ging es ungefähr acht Stunden nach Hawaii. Dort hatte ich einen elfstündigen Zwischenstopp. Diese Zeit wollte ich natürlich nutzen. Zuerst musste ich allerdings mein Fahrrad noch einmal durch die Kontrolle der USA bringen und meine ESTA-Einreisegenehmigung bestätigen lassen.

Dabei wurde ich zunächst herausgezogen, weil ich kein Rückflugticket hatte. Dieses musste ich im Stress noch schnell buchen, um überhaupt weiterzukommen. Anschließend wurden mir noch ein paar Fragen gestellt, bevor ich schließlich durch die Tür nach Hawaii durfte.

Nachdem ich am Flughafen zunächst etwas herumirrte und herausfinden musste, wo ich mein Fahrrad und mein aufgegebenes Gepäck wieder abgeben konnte, wurde ich schließlich im Terminal 2 fündig. Dort gab ich alles wieder ab und brachte mein Handgepäck anschließend zu einer Gepäckaufbewahrung. Dafür musste ich allerdings satte 40 Dollar bezahlen.

Danach ging es mit dem Bus nach Honolulu. Dort kaufte ich mir für ein Leihrad einen Tagespass und machte mich auf den Weg. Ich fuhr am Parlament, verschiedenen besonderen Gebäuden, dem Nationalgericht und einem Palast vorbei. Anschließend ging es mit dem Fahrrad entlang von Kanälen und am Meer entlang, vorbei an vielen Palmen und tropisch anmutender Vegetation.

Allerdings musste ich das Fahrrad alle 30 Minuten wieder an einer Fahrradstation abgeben und mir anschließend ein neues ausleihen. Nach ungefähr zehn Kilometern gab das System dann endgültig auf, und ich musste mit dem Bus weiterfahren.

Ich fuhr bis zum Kuliouou Beach. Dort entspannte ich ein wenig, hielt meine Beine ins warme Wasser und genoss die Aussicht auf diese sehr vulkanisch geprägte und hügelige Insel.

Nachdem ich dort eine Weile entspannt hatte, fuhr ich mit dem Bus wieder zurück nach Honolulu. Dort aß ich noch eine Pizza und machte mich anschließend mit dem Bus wieder auf den Weg zum Flughafen.

Dort holte ich mein Gepäck aus der Aufbewahrung und machte mich auf den Weg zum Terminal 2. Da ich bereits eingecheckt hatte, musste ich nur noch mit meinem Handgepäck durch die Sicherheitskontrolle.

Dabei stellte sich heraus, dass ich anscheinend noch Wasser in meiner Flasche hatte. Deshalb musste ich die komplette Sicherheitskontrolle noch einmal verlassen und anschließend mit einer leeren Wasserflasche wieder hinein. Das war im Nachhinein ein bisschen unnötig, denn ich hätte das Wasser natürlich auch einfach noch austrinken können. In dem Moment hatte ich daran aber überhaupt nicht gedacht.

Am Gate angekommen, hatte ich noch etwa anderthalb Stunden Wartezeit, bevor das Boarding begann. Neben mir saß ein sehr netter Amerikaner, der in Anchorage lebt. Er ist Lkw-Fahrer und beliefert die verschiedenen kleinen Dörfer in Alaska mit Lebensmitteln.

Mir fiel direkt auf, wie aufgeschlossen und freundlich nicht nur er, sondern auch viele andere Menschen waren. Als die Chef-Stewardess mitbekam, dass ich mit dem Fahrrad von Deadhorse durch Alaska bis in die USA fahren möchte, war sie so begeistert, dass sie mir beim Essen sogar gleich zwei Portionen und dazu sehr viele Getränke brachte. Das war wirklich unglaublich süß und nett.

Nachdem ich gefühlt der halben Sitzreihe mein Instagram gegeben hatte, weil so viele Menschen an meiner Reise interessiert waren, ging es dann endlich in die Luft. Unser Ziel war zunächst Anchorage.

Dort gab es noch eine Zwischenlandung, bevor es mit einem anderen Flugzeug weiter nach Deadhorse ging. Dieser letzte Flug dauerte ungefähr zwei Stunden.

Damit war ich meinem nächsten großen Abenteuer schon ganz nah.