Tag
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Über die Grenze nach Kanada

Am heutigen Morgen wachte ich aus einer kalten Nacht auf. Auf meinem Zelt war eine leichte Eisschicht, was bedeutete, dass es unter 0 °C war.

Ich aß ein bisschen Brot mit Erdnussbutter und baute anschließend mein Zelt ab. Nachdem alles wieder an Ort und Stelle verstaut war, ging es für mich Richtung kanadischer Grenze.

Am Besucherzentrum der Alcan-Region kam ich dann unerwarteterweise mit sehr vielen Menschen in Kontakt.

Am Anfang kam ich mit einem Amerikaner ins Gespräch, der auch gerne mit dem Fahrrad reist. Er erzählte mir, dass er mit seiner Frau schon zweimal von der Westküste bis an die Ostküste der USA mit dem Fahrrad gefahren sei.

Er war sehr beeindruckt von dem, was ich mache, und wünschte mir nur das Beste.

Durch dieses Gespräch kamen plötzlich zwei Deutsche auf mich zu. Es stellte sich heraus, dass es ein Paar aus Aschaffenburg war. Das war ein großer Zufall, da Darmstadt relativ nah an Aschaffenburg liegt.

Wir unterhielten uns auch länger über Gott und die Welt und verabschiedeten uns nach einer Weile wieder. Sie sagten, dass sie auf jeden Fall Interesse hätten, zu meinem Vortrag im Januar zu kommen und dort mehr über meine Geschichten und Abenteuer zu hören.

Als ich mich dann noch länger mit einem älteren Herrn im Besucherzentrum unterhielt und er mir einiges über die Kultur hier erzählte, kam ich beim Auffüllen meiner Wasserflaschen auch noch mit einem jüngeren Schweizer Paar ins Gespräch.

Wir unterhielten uns ebenfalls ein bisschen, und es war sehr nett, in so kurzer Zeit mit so vielen Menschen Kontakt zu haben. Gerade hier in dieser weiten Natur, wo ansonsten sehr wenig los ist.

Das spricht auch für die offene Art der Menschen.

Dann ging es weiter durch die sehr hügelige Region Richtung kanadischer Grenze. Nach einem letzten größeren Berg ging es dann in ein weiteres Tal und anschließend zur Ausreise aus Alaska.

Der Grenzbeamte wollte gar nichts von mir sehen und winkte mich einfach durch. Das war auf jeden Fall die unkomplizierteste Ausreise bisher.

Weiter ging es dann durch die Tundralandschaft entlang von großen Bergzügen, nun im Yukon in Kanada, noch einmal 27 Kilometer bis zur offiziellen kanadischen Einreisestelle in dem kleinen Ort Beaver Creek.

Auch hier waren die Grenzbeamten bei der Einreise nach Kanada extrem entspannt. Sie sagten mir, dass sie Deutschland mögen, und wünschten mir ein schönes weiteres Abenteuer.

Dieser Grenzübergang ist auch sehr klein und wirklich im Nirgendwo. Hier sind entweder ein paar wenige Abenteuertouristen, Einheimische oder ein paar irre Radfahrer.

Hier hatte ich noch einmal die Möglichkeit, Sachen aufzufüllen. Da ich jedoch noch genug dabei hatte, fuhr ich einfach weiter.

So ging es nun im Yukon in Kanada für mich weiter Richtung Süden.

Es war ein fantastischer Tag mit viel Sonne. Ich hatte zwar ein bisschen Gegenwind, das war jedoch nicht allzu schlimm.

Die Landschaft war nicht groß unterschiedlich von der Landschaft in Alaska. Das hätte mich aber auch gewundert. Landschaften verändern sich meistens langsam und nicht schlagartig. Auf jeden Fall nicht hier im hohen Norden.

Plötzlich sah ich dann neben der Straße ein Stachelschwein. Ich hatte noch nie ein Stachelschwein in freier Wildbahn gesehen und erst recht nicht hier in Kanada.

Ich war sehr fasziniert.

Nach dieser kleinen Wildtiererfahrung ging es für mich weiter in den Abend hinein. Es wurde zwar schon ein bisschen dunkel, das Licht am Abend war jedoch sehr schön.

Ich fand schlussendlich einen Schlafplatz am White River. Das war ein großer Fluss, der aus den Bergen kam.

Hier musste ich meine Abendroutine auf jeden Fall sehr beschleunigen, da es schon dämmerte, als ich dort ankam. Ich hätte auch gerne früher schon einen Fluss genommen, da war jedoch keiner.

So baute ich bei einsetzender Dämmerung mein Zelt auf, kochte und machte meine Abendroutine dann schon im Dunkeln.

Im Dunkeln ist es alles ein bisschen unheimlicher, da man denkt, dass hinter jeder Ecke eventuell ein Bär mein Essen riecht.

So ging es dann aber auch in einen wohlverdienten Schlaf für mich.