Tag
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Herbstfarben, klare Seen und eine unerwartete Begegnung

Am heutigen Morgen verabschiedete ich mich von meinem Warmshowers-Gastgeber und genoss noch ein leckeres Frühstück, bevor ich mich mit meinem Fahrrad wieder auf den Weg machte.

Zunächst ging es aus Hazelton hinaus und entlang der Hauptstraße, auf der sich ein Hügel an den nächsten reihte. Durch meinen Sturz vor einigen Tagen spürte ich mein linkes Knie noch immer. Deshalb versuchte ich, es möglichst wenig zu belasten und die Kraft nicht vollständig auf das linke Bein zu verlagern. So arbeitete ich mich Stück für Stück über die Hügel voran.

Irgendwann erreichte ich einen schönen Fluss, an dem ich auf einer Bank eine Mittagspause einlegte. Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter in Richtung Smithers. Dort füllte ich meine Lebensmittelvorräte im Supermarkt wieder auf, bevor ich mich erneut auf die Straße begab.

Das Wetter hätte kaum besser sein können: strahlender Sonnenschein, wenig Wind und wunderschönes Herbstlaub, das die Landschaft in warme Farben tauchte. Besonders die Bäume entlang der Straße sorgten für eine tolle Atmosphäre. Es war ein herrlicher Tag, um mit dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Nach einem längeren Anstieg fand ich schließlich auf über 800 Metern Höhe einen schönen See, an dem ich mein Zelt aufschlug. Das Wasser war glasklar, und die Landschaft wirkte wunderbar ruhig. Allerdings merkte ich schnell, wie kalt es am Abend wurde. Durch die Höhenlage und die erhöhte Luftfeuchtigkeit am See kühlte die Luft besonders stark ab.

Außerdem fiel mir auf, dass die Tage immer kürzer wurden. Je weiter ich nach Süden kam, desto früher ging die Sonne unter. Dadurch blieb mir weniger Zeit zum Fahrradfahren, und ich musste meine Tagesetappen zunehmend an das Tageslicht anpassen.

Wie gewohnt kochte ich mir am Abend meine Nudeln. Kurz bevor sie fertig waren, hielt plötzlich ein Mann mit seinem Truck neben meinem Zeltplatz an. Er fragte freundlich, ob bei mir alles in Ordnung sei. Ich versicherte ihm, dass alles bestens sei. Als er erfuhr, dass ich mit dem Fahrrad um die Welt fahre, stieg er aus seinem Truck, öffnete den Kofferraum und holte zwei Bier sowie eine Packung Chips heraus.

Wir stießen gemeinsam an und unterhielten uns etwa eine Viertelstunde über meine Reise und unsere Erlebnisse. Währenddessen waren auch meine Nudeln fertig, sodass ich nebenbei mein Abendessen genießen konnte.

Der Mann freute sich sichtlich über unsere Begegnung und erzählte mir, dass ihn meine Reise dazu inspiriert habe, selbst wieder häufiger kleinere Fahrradtouren zu unternehmen. Solche Momente bedeuten mir besonders viel: Man trifft irgendwo mitten in der Natur auf einen völlig fremden Menschen, kommt ganz unkompliziert ins Gespräch und kann sich gegenseitig inspirieren.

Mich freute es sehr, dass er so offen und herzlich auf mich zuging. Genau diese unerwarteten Begegnungen machen meine Reise für mich so besonders. Es sind nicht nur die beeindruckenden Landschaften, die mir in Erinnerung bleiben, sondern vor allem auch die Menschen, die meinen Weg kreuzen.

Als es schließlich dunkel wurde, aß ich meine Nudeln auf, erledigte meine Abendroutine und kroch in meinen Schlafsack. Ein schöner Herbsttag mit vielen Hügeln, klarer Natur und einer herzlichen Begegnung ging zu Ende.