Sonnenaufgang, Tempelhöhle und Abschied von Nusa Penida
Heute Morgen klingelte mein Wecker bereits um 5:00 Uhr, denn ich wollte den Sonnenaufgang von meinem Bungalow aus erleben. Langsam stieg die Sonne hinter den Bergen von Lombok auf und tauchte den Himmel in wunderschöne Rot- und Orangetöne. Die Morgenstimmung war etwas ganz Besonderes, und ich genoss diesen ruhigen Start in den Tag.
Als die Sonne höher stand, packte ich meine Sachen, aß einen kleinen Snack und machte mich mit dem Motorroller auf den Weg. An meinem letzten Tag auf Nusa Penida wollte ich unbedingt noch den Diamond Beach und den Atuh Beach besuchen.
Am Parkplatz des Diamond Beach traf ich zufällig zeitgleich auf eine andere Alleinreisende – Caroline aus der französischsprachigen Schweiz. Wir kamen sofort ins Gespräch, verstanden uns auf Anhieb gut und beschlossen, die beiden Strände gemeinsam zu erkunden. Zunächst liefen wir hinunter zum Diamond Beach und bestaunten die spektakulären Felsformationen und das türkisfarbene Meer. Der Auf- und Abstieg über die vielen Treppen brachte uns ordentlich ins Schwitzen.
Anschließend gingen wir weiter zum Atuh Beach. Dort zogen wir unsere Badesachen an, schwammen im angenehm warmen Meer und setzten uns anschließend auf einen Felsen mit herrlichem Blick über die Bucht. Während wir die Aussicht genossen, unterhielten wir uns lange über Gott und die Welt.
Da wir beide noch kein richtiges Frühstück gegessen hatten, meldete sich langsam der Hunger. Also fuhren wir gemeinsam weiter zu einem Restaurant in den Bergen mit wunderschönem Blick aufs Meer und stärkten uns dort mit einem leckeren Mittagessen.
Danach besuchten wir den Goa Giri Putri Temple – einen beeindruckenden Tempel, der sich in einer riesigen Höhle befindet. Er lag nur etwa 50 Meter Luftlinie von meinem Bungalow entfernt, und dennoch hatte ich bis dahin nichts von ihm gewusst. Vor dem Betreten bekamen wir traditionelle Kleidung angelegt, wie es aus Respekt gegenüber der Religion vorgeschrieben ist.
Der Zugang zur Höhle war erstaunlich schmal. Man musste sich durch eine kleine Felsspalte zwängen, bevor sich dahinter eine gigantische Höhle öffnete. Das hatte ich überhaupt nicht erwartet. Der Weihrauch sorgte für eine leicht neblige und mystische Atmosphäre, und zufällig fand gerade eine religiöse Zeremonie statt, die wir eine Zeit lang beobachten konnten. Dieser Ort beeindruckte mich sehr.
Nach dem Tempel fuhren wir mit unseren Rollern entlang der Küste bis zum Fährhafen. Dort kaufte ich mein Ticket für die Rückfahrt nach Bali. Da wir noch etwas Zeit hatten, setzten Caroline und ich uns in eine Bar und tranken gemeinsam einen Mango-Saft. Anschließend verabschiedeten wir uns herzlich voneinander. Solche spontanen Begegnungen gehören für mich zu den schönsten Momenten des Reisens. Wir verstanden uns hervorragend und hätten sicherlich noch viele weitere gemeinsame Tage verbringen können. Doch unsere Wege trennten sich hier wieder, und ich freute mich bereits darauf, meine Reise mit dem Fahrrad auf Java fortzusetzen.
Mit dem Speedboot ging es schließlich zurück nach Bali. Zusammen mit gefühlt Tausenden anderen Touristen erreichte ich die lebhafte Hafenstadt, in der das übliche Verkehrschaos herrschte. Von dort brachte mich ein Grab-Rollertaxi zu meiner Warmshowers-Gastgeberin.
Sie hatte mich an diesem Abend zu einem festlichen Familienessen eingeladen. Der Anlass war etwas ganz Besonderes: Ihre Tochter hatte ein Stipendium im Wert von 100.000 US-Dollar für ein Studienjahr in Australien erhalten. Die gesamte Familie war außergewöhnlich gebildet, und ihre Kinder waren wirklich beeindruckend.
Gemeinsam gingen wir in ein gehobenes italienisches Restaurant. Nach den vielen Wochen mit einfachem Essen fühlte ich mich dort fast ein wenig wie zu Hause. Es gab hervorragende Pizza, eine leckere Vorspeise und zum Abschluss sogar ein ausgezeichnetes Dessert.
Am Abend wartete jedoch noch Arbeit auf mich. Da ich in den vergangenen zwei Wochen kaum Zeit gefunden hatte, meine Website zu aktualisieren, musste ich zahlreiche Blogeinträge nachholen. So saß ich schließlich bis 3:00 Uhr morgens am Laptop. Es war zwar anstrengend, aber nun war ich endlich wieder auf dem aktuellen Stand. Müde fiel ich anschließend ins Bett.













