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Zwischen Mantas, Touristenmassen und versteckten Naturparadiesen

Heute Morgen ging es für mich mit einem Grab-Roller zum Fährhafen von Sanur. Von dort setzte ich mit dem Schnellboot nach Nusa Penida über. Kaum angekommen, holte ich meinen bereits während der Überfahrt per WhatsApp organisierten Motorroller ab und konnte direkt in den Tag starten.

Als erstes stand eine Schnorcheltour auf dem Programm. Gemeinsam mit einigen anderen Touristen ging es für drei Stunden hinaus aufs Meer. Der erste Stopp war der berühmte Manta Point. Dort konnte ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Mantarochen beobachten. Dieses beeindruckende Tier war deutlich größer, als ich es mir vorgestellt hatte, und es war ein faszinierender Moment, ihm unter Wasser zu begegnen.

Anschließend steuerten wir noch drei weitere Buchten mit Korallenriffen an. Die Unterwasserwelt war zwar schön, konnte mich jedoch nicht so begeistern wie beispielsweise das Great Barrier Reef oder die Riffe in Timor-Leste. Zudem störte mich der Massentourismus. In jeder Bucht lagen unzählige Boote, sodass kaum Ruhe aufkam. Hinzu kam, dass ich zu Beginn deutlich mehr für die Tour bezahlen sollte als alle anderen. Nachdem ich die Verantwortlichen darauf angesprochen hatte, bekam ich den korrekten Preis und zahlte am Ende – wie alle anderen auch – lediglich 13 Euro.

Nach der Schnorcheltour fuhr ich mit meinem Roller durch die hügelige Landschaft zum weltberühmten Kelingking Beach. Die spektakuläre Felsformation ist zweifellos einer der bekanntesten Orte Indonesiens. Allerdings bestätigte sich auch hier, was ich bereits erwartet hatte: Die Straßen waren hoffnungslos überfüllt. Autos und Roller stauten sich auf den schmalen und teilweise stark beschädigten Straßen, sodass ich nur langsam vorankam. Hier wurden die Touristen regelrecht zu der Sehenswürdigkeit transportiert.

Am Aussichtspunkt angekommen, teilte ich mir den Platz mit schätzungsweise tausend anderen Besuchern. Trotzdem wollte ich den anspruchsvollen Abstieg bis zum Strand wagen. Der Weg war extrem steil und erforderte an vielen Stellen Klettern und Kraxeln. Es erstaunte mich, dass an einer derart bekannten Attraktion kein sicherer Weg gebaut wurde.

Unten angekommen, sprang ich zunächst ins Meer, um mich nach dem schweißtreibenden Abstieg abzukühlen. Mit deutlich weniger Menschen am Strand konnte ich die beeindruckende Kulisse viel besser genießen und gönnte mir eine kleine Essenspause. Danach begann der ebenso anstrengende Rückweg. Ohne Wind, zwischen den aufgeheizten Felswänden und unter der prallen Sonne war ich innerhalb kürzester Zeit komplett durchnässt. Oben angekommen, trank ich erst einmal reichlich Wasser und verließ den überlaufenen Ort so schnell wie möglich.

Mein nächstes Ziel war der deutlich unbekanntere Batu Siha Beach. Schon die Anfahrt war ein kleines Abenteuer. Die Strecke führte über schmale Betonplatten, groben Schotter, steile Anstiege und durch dichten Dschungel – perfekte Bedingungen für eine spannende Rollerfahrt.

Nach einer kleinen Eintrittsgebühr wanderte ich durch eine enge, bewachsene Schlucht hinunter zu einem natürlichen Süßwasserpool oberhalb des Meeres. Dort zog ich sofort meine Badesachen an und sprang ins angenehm kühle Wasser. Von diesem natürlichen Pool aus hatte ich einen herrlichen Blick auf den Ozean. Das Schönste war jedoch die Ruhe: Außer einem weiteren Touristen und drei Einheimischen war niemand dort. Ich kam mit den Locals ins Gespräch und genoss die entspannte Atmosphäre – ein wohltuender Kontrast zu den Touristenmassen am Kelingking Beach.

Am späten Nachmittag fuhr ich wieder durch die Berglandschaft der Insel. Die tief stehende Sonne tauchte die kleinen Dörfer und die kurvigen Straßen in ein warmes, goldenes Licht. Die meiste Zeit war ich allein unterwegs und begegnete kaum anderen Touristen.

Am Abend erreichte ich meine kurzfristig gebuchte Unterkunft in Suana. Von meinem kleinen Bungalow aus konnte ich die Abendröte beobachten, während sich am Horizont der Vulkan Batur auf Bali abzeichnete. Es war einer dieser besonderen Momente, in denen ich mir bewusst mache, wie außergewöhnlich diese Reise ist und welche einzigartigen Erlebnisse ich Tag für Tag sammeln darf.

Als es schließlich dunkel wurde, ging ich noch in einem kleinen Restaurant essen und ließ den abwechslungsreichen Tag zufrieden ausklingen.