Tag
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Ankunft in Sydney – Zwischen Regen, Verkehr und Gänsehautmomenten

Heute Morgen wurde ich vom Prasseln des Regens auf meinem Zelt geweckt. Mein Körper war erstaunlicherweise schon um 4:00 Uhr wach, doch ich blieb noch etwas liegen, bis ich schließlich gegen 6:30 Uhr aufstand. Zum Frühstück gab es wie so oft Brot mit Erdnussbutter, während ich langsam mein Zelt abbaute. Parallel machte sich auch Ben fertig, und so starteten wir gemeinsam in diesen besonderen Tag – mein Ziel: Sydney.

Zunächst führte uns die Strecke weiter entlang der Küste, vorbei an traumhaften Stränden und über viele kleine, aber knackige Hügel. Besonders rund um Wollongong war am Samstag viel Verkehr unterwegs. Leider gab es auch zwei gefährliche Situationen, bei denen Autos viel zu dicht an mir vorbeifuhren – Momente, die einem wieder bewusst machen, wie verletzlich man auf dem Fahrrad ist.

Am Aussichtspunkt bei Otford Lookout legte ich eine Pause ein. Der Blick entlang der Küste war beeindruckend weit, und neugierige Papageien leisteten mir Gesellschaft – auch wenn sie vergeblich hofften, etwas von meinem Essen abzubekommen.

Weiter ging es durch den Royal National Park, doch plötzlich stand ich vor einem gesperrten Tor. Der eigentlich geplante Fahrradweg war wegen Tests zur Waldbrandgefahr geschlossen. Also hieß es: Umweg fahren – 10 km extra und über 250 zusätzliche Höhenmeter. Der dichte, fast dschungelartige Wald war wunderschön, aber die Anstiege hatten es wirklich in sich.

Je näher ich Sydney kam, desto dichter wurde der Verkehr. Fahrradwege waren selten und oft schlecht ausgebaut. Die letzten 30 km führten mich durch Vororte, vorbei am Flughafen und schließlich mitten hinein in die City. Und dann war es soweit: Ich erreichte das berühmte Sydney Opera House.

An der Circular Quay kämpfte ich mich durch Menschenmengen – und stand plötzlich mit meinem Fahrrad vor diesem ikonischen Bauwerk. Ein unglaublicher Moment. Ben und ich klatschten uns ab, beide mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Die Sonne ging langsam unter, und die Skyline begann zu leuchten – ein perfekter Abschluss dieser Etappe.

Doch der Tag war noch nicht ganz vorbei. Ich musste noch zu meinem Warmshowers-Gastgeber. Im Dunkeln wollte ich ungern durch den dichten Stadtverkehr fahren, also arbeitete ich mich konzentriert von Ampel zu Ampel vor. Schließlich kam ich bei Michael an, einem pensionierten Lehrer und leidenschaftlichen Radreisenden.

Am Abend ging ich noch einmal 3 km zum Supermarkt, besorgte Essen für die nächsten Tage und kochte mir am Meer Tortellini. Danach fiel ich erschöpft, aber glücklich ins Bett – angekommen in Sydney.