Zwei Fähren, viele Küstenkilometer und Ankunft auf French Island
Heute Morgen wachte ich früh auf. Die Nacht war mit nur 4 °C deutlich kälter gewesen, als ich erwartet hatte. Deshalb ließ ich zunächst die Sonne etwas höher steigen, bevor ich mich in kurzen Sachen nach draußen wagte. Nach einem ausgiebigen Frühstück verabschiedete ich mich von Craig und seiner Frau. Die Zeit bei ihnen war unglaublich herzlich gewesen und fühlte sich fast wie ein Aufenthalt bei Familie an.
Für mich ging es von Anglesea zunächst weiter entlang der Küste, bis ich nach einigen Kilometern Queenscliff erreichte. Dort nahm ich die Fähre über die Meerenge nach Sorrento. So konnte ich das Zentrum von Melbourne umgehen und stattdessen kleinere, schönere Wege durch die Natur wählen.
Von Sorrento aus führte mich die Route für längere Zeit direkt an der Küste entlang. Zahlreiche traumhafte Strände zogen sich an der riesigen Bucht entlang und machten die Fahrt besonders reizvoll. Später bog ich wieder ins Landesinnere ab, wo es sofort hügeliger wurde und einige Anstiege auf mich warteten.
Nach weiteren Kilometern erreichte ich schließlich Stony Point. Von dort sollte mich eine weitere Fähre nach French Island bringen. Da ich noch etwas Zeit hatte, zog ich mich bereits am Anleger um und kam mit zwei Inselbewohnern ins Gespräch, die ebenfalls die letzte Fähre des Tages nahmen. Sie erzählten mir einiges über das Leben auf der Insel und gaben mir hilfreiche Tipps für meinen Aufenthalt.
Als es bereits dämmerte und der Sonnenuntergang vorbei war, legte die Fähre schließlich ab. Eine frühere Verbindung hätte ich zeitlich nicht mehr geschafft, die vorletzte Fähre war zu früh gewesen.
Auf French Island angekommen, fuhr ich noch die letzten fünf Kilometer bis zum Campingplatz. Dort baute ich im Dunkeln schnell mein Zelt auf, denn es wurde bereits kalt und die Luft war sehr feucht. Nachdem ich mir etwas zu essen gekocht hatte, gesellten sich noch einige Australier aus Melbourne zu mir, die einen Wochenendtrip auf der Insel machten. Sie waren sehr interessiert an meiner Reise und wollten viel über meine bisherigen Abenteuer wissen.
So verbrachten wir noch einige Zeit mit spannenden Gesprächen, bevor ich schließlich müde in mein Zelt kroch.








