Ankunft in Canberra
Am heutigen Morgen ging es nach einer weiteren kalten Nacht an meinem Schlafplatz unter der Brücke wieder auf die Straße. Nach dem Frühstück packte ich meine Sachen zusammen und machte mich auf den Weg. Es standen noch einige letzte größere Anstiege bevor, doch mit jedem Kilometer wurden es mehr Häuser und die Zivilisation rückte näher.
Als ich wieder Internetempfang hatte, sah ich, dass mir die angeschriebenen Warmshowers-Gastgeber geantwortet hatten. Das ältere Ehepaar, bei dem ich die nächsten Nächte bleiben konnte, war allerdings erst am Abend zu Hause. Deshalb rief ich einen anderen Gastgeber an und fragte, ob ich bereits am Vormittag vorbeikommen könne, um dort bis zum Abend zu bleiben. Glücklicherweise klappte das sofort.
Rund 40 Kilometer später erreichte ich einen Stadtteil von Canberra. Jeff empfing mich sehr herzlich. Als Erstes durfte ich eine warme Dusche genießen – nach den kalten Nächten und den letzten Tagen auf dem Rad ein wahrer Luxus. Danach machte ich mich wieder frisch, schnitt mir die Fingernägel, trimte meinen Bart und fühlte mich direkt wieder deutlich wohler.
Jeff half mir außerdem sehr bei der Planung meiner weiteren Route – sowohl von Canberra nach Sydney als auch später von Sydney weiter Richtung Brisbane. Solche Tipps von Einheimischen sind oft Gold wert. Dazu gab es eine leckere Gemüsesuppe, die nach den anstrengenden Tagen besonders gut schmeckte.
Ich nutzte die Zeit auch, um mein noch feuchtes Zelt von der letzten Nacht am Fluss zu trocknen und meine Kleidung zu waschen. So verging der Tag erstaunlich schnell. Zwischendurch unterhielten wir uns ausführlich über Reisen, Abenteuer und alles, was das Leben sonst noch mit sich bringt.
Am Nachmittag fuhr ich im Licht des Sonnenuntergangs weiter zu meinem eigentlichen Warmshowers-Gastgeber. Dort wurde ich ebenfalls sehr freundlich empfangen. Das ältere Ehepaar stellte mir sogar noch fertiges Essen in Pappboxen hin – eine liebevolle Geste, die mich sofort an meine Großeltern erinnerte.
Da ich von dem Tag und den vergangenen Etappen ziemlich erschöpft war, zog ich mich bald in mein eigenes Zimmer zurück und schlief schnell ein. Nun war ich angekommen – in Canberra, der Hauptstadt Australiens.







