Tag
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Koalas am Morgen und weiter über den Great Southern Rail Trail

Heute Morgen wachte ich früh auf, denn ich hatte ein klares Ziel: Ich wollte unbedingt Koalas finden. Also frühstückte ich, baute mein Zelt ab und machte mich zeitig auf den Weg.

Zunächst führte mich die Strecke durch eine sehr flache Landschaft. Die Wege waren allerdings alles andere als angenehm – tiefer Sand, grober Schotter und schlechte Gravel-Pisten machten das Fahren mühsam. Doch als ich schließlich an einem kleinen Supermarkt ankam, wurde ich dafür mehr als belohnt.

Direkt entlang der Straße entdeckte ich nicht nur einen, nicht zwei, sondern gleich vier Koalas in den Bäumen. Drei von ihnen schliefen oder dösten entspannt vor sich hin – kein Wunder, schließlich schlafen Koalas bis zu 21 Stunden am Tag. Einer war jedoch wach und fraß gemütlich Eukalyptusblätter.

Am Vortag hatten mir Einheimische erzählt, dass die Koalas hier inzwischen fast schon zu einer kleinen Plage geworden seien, weil sie vor allem entlang der Hauptstraße manche Bäume so stark kahlfressen, dass diese sich nicht mehr erholen und schließlich absterben. Trotzdem waren diese Tiere für mich ein absolutes Highlight. Sie wirken unglaublich knuffig, gelassen und haben eine besondere Ausstrahlung.

Danach ging es für mich weiter auf die andere Seite der Insel zum nächsten Fähranleger. Ich dachte jedoch, eine Abkürzung nehmen zu können – ein Irrtum. Nur zwei Kilometer später stand ich mitten in einer zugewachsenen Fahrspur, umgeben von dornigen und kratzigen Büschen irgendwo im Dickicht von French Island. Weiterkommen war unmöglich. Also blieb mir nichts anderes übrig, als wieder umzudrehen.

Als ich zurück auf dem Hauptweg war, spürte ich die vielen kleinen Kratzer an Armen und Beinen von den Büschen. Durch diesen Umweg verpasste ich leider auch die Fähre. Also hieß es erst einmal eine Stunde warten, Pause machen und den Blick aufs Wasser genießen.

Schließlich brachte mich eine kleine Fähre, auf die gerade einmal zwei Autos passten, auf die andere Seite. Von dort führte mich die Route zunächst an der Küste entlang und später durch hügeliges Land bis nach Nyora. Dort beginnt der Great Southern Rail Trail, der mir empfohlen worden war.

Der Weg gefiel mir sofort. Da es sich früher um eine Bahnstrecke handelte, verlief er angenehm gleichmäßig – leicht bergauf, leicht bergab, aber nie steil. Perfekt für einen langen Radtag.

In Korumburra kaufte ich noch einmal Proviant ein und entschied mich anschließend spontan für einen Campingplatz. Mit 30 Dollar war das zwar nicht gerade günstig, aber ich bekam dafür eine warme Dusche und musste keinen Schlafplatz mehr suchen.

Da ich über den Tag leichte Kopfschmerzen hatte, war das vermutlich ohnehin die beste Entscheidung. Wahrscheinlich hatte mein Körper nach dem Feiern in Melbourne und etwas Alkohol noch ein wenig zu tun, um alles wieder zu verarbeiten.

So endete der Tag auf einem Campingplatz – bereit für eine weitere kalte Nacht.