Zwischen Gegenwind, Regenfronten und unerwarteten Begegnungen
Am Taylor’s Beach wurde ich am Morgen von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Die Nacht war mit 8 °C ziemlich kalt gewesen – und hatte noch eine kleine Überraschung für mich bereitgehalten: Ein Opossum hatte versucht, an mein Essen zu kommen. Und tatsächlich schaffte es das Tier irgendwie, in eine meiner Ortlieb-Taschen einzudringen und sich etwas zu schnappen. Als ich das nachts bemerkte, packte ich schnell alle Taschen ins Zelt, in der Hoffnung, dass mein Geruch das Tier fernhält – was zum Glück auch funktionierte.
Am Morgen machte ich mir dann mein klassisches Frühstück mit Brot und Erdnussbutter und startete in den Tag. Da ich kein Wasser mehr hatte, fragte ich zwei Camper nach etwas Nachschub. Daraus entwickelte sich direkt ein nettes Gespräch mit zwei Pärchen aus Sydney. Am Ende boten sie mir sogar an, bei ihnen zu übernachten, wenn ich dort vorbeikomme. Genau solche spontanen Begegnungen machen diese Reise für mich so besonders – wir tauschten Nummern aus und zogen weiter.
Die Etappe begann wieder mit starkem Gegenwind entlang des Strandes. Danach führte eine kleine Gravel-Strecke durch den Wald – ein echter Kontrast. Ich war komplett allein unterwegs, geschützt vor dem Wind und umgeben von wunderschöner Natur. Allerdings bedeutete das auch: viele Hügel, viel Kraftaufwand.
Zurück auf der Hauptstraße entschied ich mich erneut für eine längere Gravel-Passage durch den Wald. Doch das Wetter spielte heute verrückt: Alle 20 Minuten wechselten sich Sonne und starke Regenschauer ab. Wenn es regnete, dann richtig – ich wurde komplett durchnässt und es wurde zunehmend kälter.
An der Ansons Bay verließ ich den schützenden Wald und kam in offenes Gelände. Dort traf mich das Wetter mit voller Wucht: starker Regen, gefolgt von Hagel. Und dann kam der Wind. Heftig, konstant, zermürbend. Jeder Kilometer wurde zum Kampf.
Nach etwa 30 km im gnadenlosen Gegenwind war klar: Für heute reicht es. Ich suchte einen Schlafplatz und fand schließlich unter einer Brücke an einem kleinen Fluss einen perfekten Spot. Ein echter Glücksfall, denn die umliegenden Flächen waren – wie so oft – komplett eingezäunt.
Dort baute ich mein Zelt auf, kochte mir Pasta mit gefiltertem Flusswasser, aß ein paar Nüsse und ließ den Tag ausklingen. Erschöpft, aber zufrieden kroch ich schließlich in meinen Schlafsack – bereit für die nächste Etappe.





