Tag
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Durch Herbstberge und Wildnis Richtung Canberra

Heute Morgen wachte ich mit dem heller werdenden Horizont auf. Noch bevor die Sonne ganz draußen war, ließ ich meine Drohne steigen und fing einige Aufnahmen dieser beeindruckenden Landschaft ein. Als die ersten Sonnenstrahlen die Umgebung erreichten, frühstückte ich mein Rosinentoastbrot, das ich hier wirklich schätzen gelernt habe – denn richtig gutes, klassisches Brot wie in Deutschland ist in dieser Region eher selten zu finden. Dabei genoss ich den Sonnenaufgang und die klare Morgenstimmung.

Danach packte ich nach und nach Schlafsack, Isomatte und Kissen zusammen, verstaute alles an seinem Platz und baute mein Zelt ab. Wegen der kalten Nacht fuhr ich zunächst noch mit langem Trikot los, denn die Sonne brauchte am Morgen noch etwas Zeit, um die Luft zu erwärmen.

Zuerst ging es für mich weiter nach Cooma. Dort füllte ich meine Wasserreserven auf und kaufte Lebensmittel für die letzten anderthalb Tage bis Canberra ein. Danach verließ ich die Hauptstraße wieder bewusst, obwohl sie deutlich kürzer und flacher gewesen wäre. Doch ich wollte lieber die schönere, abenteuerlichere Route durch die Berge nehmen – nicht den schnellsten Weg.

Schon bald traf ich einen Gravelbike-Fahrer, der mich ansprach und mit dem ich mich kurz unterhielt. Natürlich war er mit seinem leichten Rad deutlich schneller unterwegs als ich mit meinem voll beladenen Reiserad, das mit Wasser, Essen und Gepäck über 65 Kilogramm wog. So zog er bald davon, während ich mich Hügel für Hügel weiter hocharbeitete.

Schließlich erreichte ich wieder rund 1250 Meter Höhe. Die Berglandschaft war wunderschön, und die kalten Nächte hatten bereits deutliche Spuren hinterlassen: Der Herbst war hier klar im Anmarsch. Besonders die großen Pappelbäume leuchteten bereits in kräftigem Gelb und Rot – ein fantastischer Kontrast zur klaren Bergluft und den offenen Weiten.

Später erreichte ich einen großen Nationalpark. Dort wurde die Strecke zunehmend rauer: lange Gravelpassagen, grobe Steine und teilweise stark ausgewaschene An- und Abstiege forderten mich noch einmal ordentlich. Irgendwann endete der offizielle Weg an einem Parkplatz, doch mit dem Fahrrad konnte ich glücklicherweise weiterfahren – ein echter Gewinn.

Die Natur dort war überwältigend ursprünglich. Ich sah hunderte Kängurus und Wallabys, dazu bunte Papageien und immer wieder neue Landschaftsbilder. Die Wege waren anspruchsvoll, aber breit genug, da sie offenbar regelmäßig von Rangern kontrolliert werden.

Nach vielen weiteren Hügeln und Bergen erreichte ich endlich wieder Asphalt. Von dort fuhr ich die letzte Stunde weiter, immer näher Richtung Canberra. In den letzten Tagen hatte sich bei mir 17:00 Uhr als persönliche Deadline etabliert, um einen Schlafplatz zu finden. Da die Sonne gegen 17:50 Uhr unterging, wollte ich genug Zeit haben, mein Lager aufzubauen und noch zu kochen.

Glücklicherweise fand ich einen sehr guten Platz direkt unter einer Brücke an einem Fluss. Dort hoffte ich, morgens weniger Tau auf dem Zelt zu haben, etwas mehr Wärme durch den Beton zu spüren und zugleich unentdeckt zu bleiben. Direkt neben einer Straße zu schlafen, vermeide ich wenn möglich lieber.

So kroch ich nach einem anstrengenden, aber zugleich unglaublich erlebnisreichen Tag zufrieden in mein gemütliches Zelt.