Zwischen Seenlandschaft und Mückenplage
Heute Morgen wachte ich nach einer kalten Nacht auf. Mein Zelt war komplett mit Tau bedeckt, das Gras tropfnass und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Erst als die Sonne langsam über dem Horizont erschien, wurde es etwas angenehmer. Also packte ich meine Sachen zusammen und machte mich auf den Weg.
Der erste Teil des Tages verlief überwiegend flach über ruhige Landstraßen. Gegen Mittag führte mich die Route durch ein wunderschönes Seengebiet kurz vor dem Ort Sale. Dort legte ich auch meine Mittagspause ein. Vogelgezwitscher, der Blick auf das Wasser und die friedliche Atmosphäre machten diesen Ort perfekt für eine kleine Auszeit.
Anschließend fuhr ich auf schönen Radwegen um die Stadt herum. Hätte ich zu diesem Zeitpunkt bereits gewusst, dass sich meine Route noch ändern würde und ich später an keinem Supermarkt mehr vorbeikommen würde, hätte ich dort definitiv noch einmal eingekauft.
Stattdessen folgte ich der südlich verlaufenden Straße entlang weiterer Seen. Nach einigen Kilometern merkte ich, dass auf dieser Strecke auf längere Zeit weder Supermarkt noch Tankstelle kommen würden. Das war ungünstig, denn meine Vorräte für den Abend und den nächsten Morgen waren bereits knapp.
Je weiter ich fuhr, desto deutlicher wurde auch ein zweites Problem: Mein Wasservorrat ging zur Neige. Gleichzeitig fand ich weder Bäche noch Flüsse, aus denen ich Wasser hätte filtern können. Also steuerte ich kurzerhand ein Haus direkt an der Straße an und fragte freundlich, ob ich etwas Wasser bekommen könnte und vielleicht mein Zelt auf dem Rasen aufstellen dürfte.
Wasser bekam ich glücklicherweise – das Zelten wurde mir jedoch nicht erlaubt. Immerhin hatte ich nun genug Trinkwasser und ausreichend Wasser zum Kochen.
Ein paar Kilometer weiter fand ich schließlich an einer kleinen Sackgasse am Waldrand einen geeigneten Platz für die Nacht. Doch kaum wollte ich mein Zelt aufbauen, bemerkte ich das nächste Problem: Tausende Stechmücken schwirrten dort herum.
Also hieß es Tempo machen. Ich baute mein Zelt so schnell wie möglich auf und versuchte mich während einer kurzen Katzenwäsche mit der Wasserflasche ständig in Bewegung zu halten, damit mich die Mücken nicht komplett zerstechen.
Zum Kochen meines Abendessens musste ich dann alles auffahren, was Schutz bot: Mückennetz, dünne Handschuhe und lange Kleidung. Erst dann konnte ich einigermaßen in Ruhe essen.
Nach meiner Abendroutine zog ich mich schnell ins Zelt zurück – froh, den summenden Schwärmen für diese Nacht entkommen zu sein.





