Tag
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Auf stillen Schienenwegen ins Abendlager

Heute Morgen wachte ich nach einer kalten Nacht auf. Als die Sonne langsam hinter den Bäumen aufging, machte ich mir erst einmal Frühstück und packte anschließend meine Sachen zusammen. Dabei kam ich noch mit einem älteren Ehepaar ins Gespräch, das ebenfalls mit Fahrrädern und Zelt unterwegs war. Sie machten eine kleine Testtour, da sie im September für einige Tage eine Radreise auf dem Balkan planen. Neugierig fragten sie mich nach meiner eigenen Reise aus, und wir führten ein nettes Gespräch.

Danach ging es für mich zurück auf die ehemalige Bahnlinie, die nun als Radweg genutzt wird. Es war herrlich, dort entlangzufahren. Keine Autos, angenehme Steigungen und ein Streckenverlauf, der ursprünglich für Züge gebaut wurde – ideal also für entspanntes Radfahren. So konnte ich die Natur in vollen Zügen genießen.

Immer wieder sah ich verschiedene Papageien- und Kakaduarten entlang des Weges. Plötzlich sprangen sogar zwei Kängurus aus dem Gebüsch neben mir hervor und hüpften davon. Ich war überrascht, wie schnell diese Tiere tatsächlich sind.

Auch die Infrastruktur entlang der Strecke beeindruckte mich sehr. In vielen kleinen Ortschaften gab es direkt am Weg Trinkwasserspender, Sitzbänke, überdachte Rastplätze und Tische – alles, was man sich als Radreisender wünschen kann.

So rollte ich insgesamt 105 Kilometer über diese wunderschöne Trasse. In Yarram angekommen, kaufte ich bei Woolworths noch Lebensmittel ein, damit ich genug Essen für den Abend und den nächsten Morgen hatte.

Danach fuhr ich noch einige Kilometer weiter, bis ich auf einen Feldweg abbog – in der Hoffnung, irgendwo einen Platz für mein Zelt zu finden. Der Zufall meinte es gut mit mir: Ein Auto, das mich kurz zuvor überholt hatte, bog direkt vor mir in ein Haus ein. Ich nutzte die Gelegenheit, fragte freundlich nach einer Übernachtungsmöglichkeit und bekam sofort eine positive Antwort.

Der Mann war sehr freundlich und sagte, ich könne einfach auf das Nachbargrundstück seines verstorbenen Vaters gehen und dort mein Zelt aufbauen. Genau das tat ich dann auch.

Am Abend kochte ich mir noch Nudeln, aß etwas Obst, Nüsse und Kekse und zog mich schließlich in mein Zelt zurück. Draußen lag eine unangenehm feuchte Kälte in der Luft – Zeit, sich in den Schlafsack zu kuscheln und den Tag ausklingen zu lassen.