Tag
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Entlang der Ostküste – Hitze, Meer und ein kühles Zimmer

Am heutigen Morgen klingelte mein Wecker wieder früh. Die nette Betreiberin des Restaurants hatte mir bereits am Vorabend eine Portion Reis mit Ei für das Frühstück vorbereitet. So konnte ich direkt essen, meine Sachen zusammenpacken und noch vor Sonnenaufgang aufbrechen. Es sollte erneut ein sehr heißer Tag mit hoher Luftfeuchtigkeit werden.

Zunächst führte mich die Strecke noch durch die Berge. Ein letzter größerer Anstieg wartete auf mich, bevor eine lange Abfahrt hinunter an die Ostküste begann. Dort angekommen, merkte ich sofort den Unterschied: Am Meer war es noch einige Grad heißer als in den Bergen, und die Luftfeuchtigkeit war noch höher. Diese Kombination machte das Radfahren extrem schweißtreibend.

Immer wieder legte ich etwa alle 30 Kilometer einen Stopp bei einem 7-Eleven ein, um mir ein kühles Getränk zu gönnen und mich für ein paar Minuten in der klimatisierten Filiale abzukühlen. Ohne diese kurzen Pausen wäre die Hitze nur schwer auszuhalten gewesen.

Da die Restaurants zu meinen frühen Essenszeiten – meist schon gegen 9 Uhr – oft noch geschlossen hatten, griff ich auf die Fertiggerichte aus dem 7-Eleven zurück. Am Morgen gab es Nudeln, später am Tag Reis mit Tofu. Das war nicht nur praktisch, sondern meist auch günstiger als ein Restaurantbesuch. Frisch zubereitetes Essen bevorzuge ich zwar grundsätzlich, doch manchmal ist die unkomplizierte Lösung einfach die beste.

Kilometer für Kilometer folgte ich der wunderschönen Ostküste auf hervorragend ausgebauten Radwegen. Flach war die Strecke allerdings keineswegs. Ständig ging es über kleine Hügel auf und ab. Jeder Anstieg wurde bei den hohen Temperaturen und der nahezu windstillen Luft zu einer schweißtreibenden Herausforderung. Manchmal hatte ich das Gefühl, in meinem eigenen Schweiß zu verglühen.

Am Nachmittag erreichte ich schließlich Chenggong. Dort fand ich überraschenderweise ein eigenes Zimmer für gerade einmal 13 Euro pro Nacht – für taiwanische Verhältnisse ein echtes Schnäppchen. Normalerweise beginnen Einzelzimmer hier eher bei etwa 30 Euro und können problemlos über 150 Euro kosten.

Nach zwei Nächten im Zelt war die Unterkunft genau das Richtige. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit trockneten meine Kleidung und Ausrüstung endlich wieder richtig, und auch die Klimaanlage versprach eine erholsame Nacht.

Am Abend ging ich noch in den Ort, um etwas zu essen. Anschließend kaufte ich in einer kleinen lokalen Bäckerei – trotz einiger Verständigungsschwierigkeiten – erfolgreich ein paar Brötchen für den nächsten Morgen. Danach kehrte ich in meine Unterkunft zurück und freute mich auf eine ruhige Nacht in einem angenehm kühlen Zimmer.