Mit dem Motorroller durch die Berge von Timor-Leste
Am heutigen Morgen ging es für mich das erste Mal richtig hinaus auf die Straßen von Dili. Zunächst schaute ich in einem Supermarkt vorbei, der im Vergleich zu Australien oder Europa eher spärlich ausgestattet war. Deshalb gehe ich hier meist lieber in Restaurants essen, da dies oft sogar günstiger ist als der Einkauf im Supermarkt.
Da die Fähre nach Atauro Island bereits um 8:00 Uhr abgefahren war und es an diesem Tag keine weitere Verbindung gab, musste ich meine Pläne etwas anpassen. Zunächst wollte ich herausfinden, was ich tun muss, um am nächsten Morgen sicher einen Platz auf der Fähre zu bekommen. Also lief ich etwa zwei Kilometer von meiner Unterkunft zum Touristeninformationsbüro.
Dort wurde ich sehr freundlich beraten. Die Mitarbeiter erklärten mir, dass man die Tickets nicht im Voraus kaufen kann, sondern einfach morgens rechtzeitig am Hafen erscheinen muss. Da ich die Umgebung noch etwas erkunden wollte und ohnehin ein paar ruhigere Tage eingeplant hatte, entschied ich mich spontan dazu, einen Motorroller zu mieten.
Der Vermieter brachte den Roller direkt zum Touristeninformationsbüro, erklärte mir kurz die wichtigsten Funktionen und zeigte mir, wie man fährt. Da der Roller eine Automatikschaltung hatte, war das Ganze überraschend einfach. Lediglich beim Gasgeben musste ich mich erst daran gewöhnen, feinfühlig zu dosieren.
Schon nach kurzer Zeit tauchte ich in das Verkehrschaos von Dili ein. Die unzähligen Motorroller wirkten wie ein riesiger Ameisenhaufen, durch den man sich seinen Weg bahnen musste. Mein Ziel waren die Berge oberhalb der Stadt, von denen man eine schöne Aussicht auf Dili haben sollte.
Ich fuhr immer weiter hinauf und erreichte schließlich die Bergregion rund um Aileu. Dort befand ich mich bereits mitten im dichten Grün der tropischen Berglandschaft. Die Straße war kurvenreich, oft steil und führte durch beeindruckende Dschungelkulissen. Schon hier bekam ich einen Vorgeschmack darauf, was mich in den kommenden Wochen mit dem Fahrrad in Timor-Leste und Indonesien erwarten würde.
Auf dem Rückweg legte ich immer wieder kleine Pausen ein, genoss die Ausblicke und ließ den Roller die Serpentinen hinunterrollen. Trotzdem merkte ich schnell, dass ich mich auf einem Motorroller deutlich unsicherer fühle als auf meinem Fahrrad. Außerdem störte mich das ständige Motorengeräusch. Nach einigen Stunden tat mir sogar der Hintern weh, weil man auf dem Roller nahezu regungslos sitzt.
So praktisch ein Roller manchmal sein mag – mein Lieblingsfortbewegungsmittel bleibt ganz klar das Fahrrad.
Am Abend fuhr ich noch zum Cristo Rei Beach. Von dort hatte ich einen wunderschönen Blick auf die berühmte Christusstatue oberhalb der Küste. Zufällig traf ich dort auch einen anderen Reisenden wieder, den ich bereits am Vortag am Flughafen kennengelernt hatte. Wir unterhielten uns lange am Strand und genossen gemeinsam den Sonnenuntergang.
Als die Sonne langsam im Meer versank, sprang ich noch einmal ins Wasser und ließ die besondere Atmosphäre auf mich wirken. Anschließend fuhr ich mit dem Scooter zu einem Restaurant, kehrte danach zu meiner Unterkunft zurück und ließ den Tag bei einem Filmabend entspannt ausklingen, bevor ich schließlich ins Bett ging.









