Ankommen auf Flores und wieder eine tolle Gastfreundschaft
Mitten in der Nacht, um 2:30 Uhr, ertönte das Horn der Fähre. Wir näherten uns dem Hafen von Larantuka. Für mich bedeutete das, meine Schlafsachen zusammenzupacken und abzuwarten. Das Schiff war so überfüllt, dass es ohnehin unmöglich gewesen wäre, direkt zu meinem Fahrrad zu gelangen. Überall standen Menschen, Roller, Autos und Lastwagen dicht gedrängt.
Nach und nach verließen die Passagiere das Schiff. Erst rollten die LKWs hinaus, dann die Autos und unzählige Motorroller. Nach einer gefühlten Ewigkeit war schließlich auch ich an der Reihe und konnte mein Fahrrad aus dem Bauch der Fähre holen. Damit hatte ich nun offiziell die Insel Flores erreicht.
Einer der jungen Männer, die ich am Vorabend auf dem Oberdeck kennengelernt hatte, hieß Andika. Er hatte mir angeboten, die restliche Nacht bei seiner Familie zu verbringen. Da aufgrund der vielen Reisenden nahezu alle Unterkünfte ausgebucht waren, nahm ich das Angebot dankbar an. In seinem Bett konnte ich noch ein paar Stunden schlafen, bevor ich gegen 8:30 Uhr wieder aufwachte.
Andika begrüßte mich mit einem warmen Tee, und wir unterhielten uns noch eine Weile mit seiner Familie. Danach hatte ich ein wichtiges Ziel: Endlich eine lokale SIM-Karte besorgen. Gemeinsam fuhren wir mit dem Motorroller durch die Stadt und suchten einen Anbieter. Nach mehreren Versuchen fanden wir schließlich eine Filiale von Telekomsel.
Dort wurde mir allerdings mitgeteilt, dass ich für die Registrierung meinen Reisepass benötige. Also fuhren wir wieder zurück zu dem Haus, holten den Pass und machten uns erneut auf den Weg. Als wir zurückkamen, warteten bereits weitere Kunden vor mir, sodass ich erneut eine ganze Weile warten musste. Ich fragte mich langsam, warum hier jeder einzelne Vorgang so viel Zeit in Anspruch nahm.
Irgendwann war ich endlich an der Reihe. Nach weiteren Formularen, Überprüfungen und Wartezeiten hielt ich schließlich meine SIM-Karte in den Händen. Über die App konnte ich direkt 100 Gigabyte Datenvolumen für umgerechnet etwa zehn Euro buchen. Endlich hatte ich wieder zuverlässiges Internet.
Auf dem Rückweg besorgten Andika und ich uns noch ein leckeres Mittagessen: Reis mit Gemüse und einer würzigen Erdnusssauce. Diese Kombination war unglaublich lecker und genau das Richtige nach der langen Nacht.
Am Nachmittag organisierte ich mir in der Nachbarschaft ein Hotelzimmer für die kommende Nacht. Nach mehreren Tagen unterwegs freute ich mich besonders auf die Klimaanlage. Außerdem wollte ich dringend meine Kurzvideos der vergangenen Tage schneiden und mein Reisetagebuch wieder auf den aktuellen Stand bringen. Damit verbrachte ich mehrere Stunden.
Zusätzlich brachte ich meine Kleidung zu einer kleinen Wäscherei. Als ich sie am Abend wieder abholte, erfuhr ich, dass die Wäsche dort vollständig von Hand gewaschen wurde. Waschmaschinen sind für viele Menschen hier schlicht zu teuer. Das zeigte mir erneut, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten in verschiedenen Teilen der Welt sein können.
So endete mein erster Tag auf Flores – mit neuen Bekanntschaften, endlich funktionierendem Internet und dem Gefühl, nun wirklich in Indonesien angekommen zu sein.


