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Mit Bus, Bahn und per Anhalter zurück von Melbourne nach Anglesea

Heute Morgen wachte ich nach einer kurzen Nacht auf. Ich checkte aus dem Hostel aus und nahm zunächst den Bus nach Preston. Nach etwa einer Stunde Fahrt kam ich dort bei einem Fahrradladen an, in dem ich mir einen Ersatzmantel kaufen wollte. Mein bisheriger Ersatzreifen war nach dem explodierten Schlauch in Tasmanien ebenfalls beschädigt worden, deshalb wollte ich zur Sicherheit wieder einen neuen dabeihaben.

Anschließend ging es wieder etwa eine Stunde zurück ins Stadtzentrum von Melbourne. Von der Southern Cross Station nahm ich einen Zug in Richtung Geelong. Leider fuhren die Züge aktuell nicht komplett durch, da rund um Geelong eine Ölraffinerie gebrannt hatte und die Strecke aus Sicherheitsgründen gesperrt war. Deshalb musste ich die restliche Strecke mit dem Ersatzbus zurücklegen, was noch einmal rund zwei Stunden dauerte.

In Geelong angekommen, lief ich zur nächsten größeren Straße und versuchte von dort aus per Anhalter nach Anglesea zu kommen. Der nächste reguläre Bus wäre erst in drei Stunden gefahren. Die ersten 40 Minuten waren allerdings ziemlich frustrierend. Viele Autos kamen vorbei, meist nur mit einer Person besetzt, doch niemand hielt an.

Dann wendete plötzlich ein Auto, das bereits vorbeigefahren war, und kam zurück, um mich mitzunehmen. Ein sehr nettes Paar war auf dem Weg nach Torquay. Zwar lag das nicht direkt auf meinem Ziel, aber immerhin deutlich näher dran. Wir hatten ein angenehmes Gespräch, und ich war wirklich dankbar für ihre Hilfsbereitschaft.

Von dort musste ich erneut trampen. Diesmal ging es deutlich schneller. Ein älterer Herr, der mich bereits von der anderen Straßenseite aus gesehen hatte, hielt an. Er hatte sich gerade etwas Wein gekauft und wollte ohnehin zurück nach Anglesea fahren. Unterwegs erzählte er mir, dass sein Sohn selbst schon viel per Anhalter durch Asien gereist sei. Deshalb wolle er nun anderen Reisenden helfen – so, wie auch seinem Sohn oft geholfen worden war.

Als ich schließlich direkt vor Craigs Haustür abgesetzt wurde, bedankte ich mich herzlich und machte mir erst einmal ein großes Müsli. Bevor es morgen wieder mit dem Fahrrad weitergehen sollte, standen noch einige Arbeiten am Rad an. Unter anderem musste ich eine neue Kette montieren. Also baute ich die alte Kette ab, kürzte die neue auf die passende Länge, reinigte alles gründlich und montierte sie anschließend.

Nachdem das erledigt war, aß ich noch etwas zu Abend und fiel müde ins Bett. In der Nacht wachte ich kurz auf, weil es deutlich kälter geworden war, und legte mir noch eine zusätzliche Decke über.