Abenteuer Westküste – Einsamkeit, Schotterpisten und unerwartete Gastfreundschaft
Heute Morgen startete ich erneut früh in den Tag. Gegen 8:30 Uhr war alles gepackt und ordentlich in meinen Fahrradtaschen verstaut. Bevor es in einen der abgelegensten Teile Tasmaniens ging, füllte ich meine Wasserflaschen noch einmal an einer öffentlichen Toilette auf.
Von Smithton aus folgte ich zunächst etwa 20 Kilometer der Küstenlinie, um den Highway zu vermeiden. Die Strecke war asphaltiert und angenehm zu fahren. Danach begann ein rund 25 Kilometer langer Abschnitt auf Gravel – größtenteils gut fahrbar, aber mit einigen ausgefahrenen, holprigen Passagen. Dennoch genieße ich solche Wege besonders: Man ist langsamer unterwegs, nimmt die Natur intensiver wahr und begegnet deutlich mehr Tierwelt, insbesondere Vögeln.
So erreichte ich schließlich den nordwestlichsten Zipfel Tasmaniens und folgte von dort der Westküste nach Süden. Ich kam am Arthur River vorbei und machte Halt am Aussichtspunkt Edge of the World. Von dort aus bot sich mir ein beeindruckender Blick auf das offene, raue Meer – ein Ort, der seinem Namen alle Ehre macht.
In dem kleinen Ort konnte ich freundlicherweise bei zwei Männern meine Wasserflaschen auffüllen – eine wichtige Hilfe, bevor es weiter in die Einsamkeit ging. Nach weiteren 25 Kilometern Asphalt begann schließlich einer der anspruchsvollsten Abschnitte meiner Reise: die Western Explorer Road.
Diese abgelegene Schotterpiste führt fernab der Küste durch hügeliges Inland – ohne Internetempfang, ohne Infrastruktur und ohne jegliche Versorgungsmöglichkeiten. Nachdem ich meine Vorräte noch einmal überprüft hatte, entschied ich mich, dieses Abenteuer in Angriff zu nehmen.
Die Strecke verlangte volle Konzentration. Viele Abschnitte waren ausgefahren und von Steinen übersät, sodass ich ständig darauf achten musste, nicht ins Schleudern zu geraten oder Materialschäden zu riskieren. Gleichzeitig war die Landschaft atemberaubend: sanfte, grüne Hügel, Flüsse und eine fast savannenartige Vegetation mit hohem Gras, vereinzelten Büschen und knorrigen Bäumen.
Stundenlang ging es auf und ab, und mit jedem Kilometer sammelte ich weitere Höhenmeter. Immer wieder hielt ich inne, um die besondere Stimmung dieser abgelegenen Region auf mich wirken zu lassen.
Nach vielen anstrengenden Stunden erreichte ich schließlich einen geeigneten Schlafplatz an einem Fluss. Dort konnte ich nicht nur meine Wasservorräte auffüllen, sondern mich auch waschen – etwas, das nach solchen Etappen ein echter Luxus ist.
Zu meiner Überraschung traf ich dort auf einen Camper mit zwei Niederländern, die mich spontan zum Essen einluden. Es gab Pasta – genau das Richtige nach diesem kräftezehrenden Tag. So wurde ich völlig unerwartet bekocht und musste mich weder ums Kochen noch ums Abwaschen kümmern – eine wunderbare Geste und ein echtes Highlight.
Nachdem ich mein Zelt aufgebaut hatte, sprang ich noch in den eiskalten Bach. Anfangs kostete es Überwindung, doch nach wenigen Minuten war es unglaublich erfrischend.
Den Abend verbrachte ich mit den beiden bei guten Gesprächen, bevor ich meine Abendroutine erledigte und schließlich müde, aber erfüllt in den Schlaf fiel.













