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Kamerareparatur, herzliche Begegnung und ein neuer Defekt

Am Morgen wachte ich am Fluss auf und packte relativ früh meine Sachen zusammen. Bis nach Palmerston waren es nur noch etwa 10 Kilometer. Dort wollte ich meine Kamera zum einzigen Sony-Reparaturservice in Neuseeland bringen.

Durch die vielen Mikrovibrationen der letzten rund 30.000 Kilometer auf dem Fahrrad hatten sich zwei Schrauben im Inneren der Kamera gelöst. Diese hielten einen Schutzfilter vor dem Sensor. Sobald dieser nicht mehr korrekt saß, kam es immer wieder zu Fehlermeldungen.

Ich gab die Kamera ab, und die Techniker begannen sofort, das Problem zu analysieren und das Gerät auseinanderzubauen. Währenddessen nutzte ich die Zeit, um in einem nahegelegenen Supermarkt einzukaufen und ein zweites Frühstück zu mir zu nehmen.

Nach etwa zwei Stunden erhielt ich die Rückmeldung: Es handelte sich tatsächlich um genau das Problem, das ich bereits vermutet hatte. Glücklicherweise waren die benötigten Ersatzteile vor Ort verfügbar. Die Reparatur dauerte weitere drei Stunden. In dieser Zeit setzte ich mich an meinen Radreise-Blog und brachte ihn wieder auf den aktuellen Stand.

Am Ende war ich zwar rund 200 Euro ärmer, hielt aber meine vollständig reparierte Kamera wieder in den Händen – was mir deutlich wichtiger war.

Gegen 13:30 Uhr setzte ich meine Fahrt fort und fuhr weiter in Richtung Norden. Kurz darauf wurde ich von einer Frau am Straßenrand angehalten. Sie gab mir zu verstehen, dass ich in einer Haltebucht anhalten solle. Neugierig folgte ich ihrem Zeichen.

Sie stellte sich als Betreuerin eines Abschnitts der großen Fahrradroute Te Araroa vor. Sie kümmert sich darum, dass die Wege für Radfahrer in gutem Zustand bleiben und unterstützt Reisende auf dieser Strecke. Diese Begegnung war für mich etwas völlig Neues. Ihre Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft waren beeindruckend – sie schenkte mir sogar einen Muffin und einen Softdrink.

Während unseres Gesprächs empfahl sie mir, meine ursprünglich geplante Route auf der Straße zu verlassen und stattdessen einen Offroad-Abschnitt der Route zu fahren. Ich folgte ihrem Rat.

Zu Beginn erwartete mich ein langer Anstieg. Je höher ich kam, desto beeindruckender wurde die Aussicht auf die grünen Hügel und die markanten Erhebungen der Landschaft. Der Weg war jedoch äußerst kräftezehrend: Es ging ständig in kurzen Abständen bergauf und bergab, ohne längere gleichmäßige Passagen. Dieses ständige Auf und Ab forderte deutlich mehr Energie als ein konstanter Anstieg.

Nach etwa viereinhalb Stunden hatte ich die rund 40 Kilometer auf dieser Offroad-Strecke geschafft und erreichte einen kostenlosen Campingplatz, auf dem ich ganz allein war.

Dort baute ich mein Zelt auf und wollte mir Nudeln kochen – stellte jedoch fest, dass mein Kocher kein Benzin mehr förderte. Offenbar war er verstopft. Da ich eng mit dem Hersteller Soto zusammenarbeite, kontaktierte ich direkt meine Ansprechpartner. Nach einigem Austausch stellte sich heraus, dass sich durch die Nutzung von Tankstellenbenzin vermutlich Ablagerungen gebildet hatten, die die Leitung verstopften, in der der Brennstoff in Gas umgewandelt wird.

Da sich dieses Problem nur schwer vor Ort beheben ließ, wurde mir empfohlen, in Hamilton einen neuen Kocher zu besorgen und den alten künftig als Ersatzteilspender zu nutzen.

So blieb mir an diesem Abend nichts anderes übrig, als meine restlichen Vorräte – Nüsse, Kekse und Brot mit Erdnussbutter – zu essen. Dabei musste ich jedoch darauf achten, nicht zu viel zu verbrauchen, um noch genug für das Frühstück am nächsten Morgen zu haben. Immerhin gab es auf dem Campingplatz Trinkwasser.

Nach diesem ereignisreichen Tag – mit einer reparierten Kamera, einer unerwartet herzlichen Begegnung und einem neuen technischen Problem – ging ich schließlich müde ins Bett.