Entlang der Küste Oregons zu einem traumhaften Schlafplatz am Meer
Am heutigen Morgen kroch ich aus meinem Zelt, das ich auf einer kleinen Ausbuchtung neben der Straße aufgeschlagen hatte. Es war noch ziemlich kalt, aber ich wollte früh loskommen. Also frühstückte ich zunächst mein Brot mit Erdnussbutter, packte anschließend meine gesamte Ausrüstung zusammen und machte mich auf den Weg.
Zunächst führte mich die Route durch bewaldete Gebiete im Landesinneren, bevor ich wieder die Küste erreichte. Es ging immer wieder ordentlich bergauf, doch dafür wurde ich regelmäßig mit wunderschönen Ausblicken auf kleine Buchten und das Meer belohnt. Unterwegs durchquerte ich auch einige kleine Küstenorte. In einem davon entdeckte ich zahlreiche Kunstgalerien und farbenfrohe Wandmalereien. Besonders ein riesiger Blauwal, der auf eine Hauswand gemalt worden war, fiel mir ins Auge. Solche kreativen Details verleihen einem Ort sofort einen besonderen Charme und machen ihn deutlich lebendiger.
Mit leichtem Rückenwind arbeitete ich mich Stück für Stück entlang der Küste Oregons nach Süden vor. Es ging von einer Klippe zur nächsten, vorbei an traumhaften Stränden und immer wieder wechselnden Landschaften. Die Kombination aus dem tiefblauen Meer, den zerklüfteten Felsen und den kleinen Küstenorten machte die Strecke unglaublich abwechslungsreich.
Irgendwann erreichte ich Gold Beach. Dort legte ich eine kurze Pause ein, kaufte noch ein paar Lebensmittel ein und setzte meine Fahrt anschließend fort. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits 135 Kilometer und rund 1.200 Höhenmeter zurückgelegt. Trotzdem wartete noch ein weiterer Anstieg von etwa 250 Höhenmetern auf mich. Den spürte ich mittlerweile deutlich in meinen Beinen.
Oben angekommen, ging es in einer kurzen Abfahrt wieder hinunter zur Küste. Was mich dort erwartete, war einfach traumhaft: ein weitläufiger Strand, aus dem gewaltige Felsen aus dem Meer ragten. Die Szenerie erinnerte mich stark an die Great Ocean Road in Südaustralien, an der ich bereits einige beeindruckende Küstenlandschaften erleben durfte.
Ich genoss dieses Panorama und fuhr mit der tief stehenden Sonne im Rücken meine letzten Kilometer des Tages. Solche Momente sind es, die das Radreisen für mich so besonders machen: Man erlebt die Landschaft nicht einfach nur für einen kurzen Augenblick, sondern bewegt sich mitten durch sie hindurch. Man spürt den Wind, riecht das Meer und sieht, wie sich das Licht im Laufe des Tages verändert. Und während man Kilometer um Kilometer zurücklegt, eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven.
Schließlich fand ich in den Dünen direkt am Meer einen Platz für mein Zelt. Der Sonnenuntergang war spektakulär und tauchte die gesamte Küste in ein wunderschönes Licht. Dieser Schlafplatz gehörte definitiv zu den schönsten, die ich bisher auf meiner Reise gefunden hatte.
Am Abend kochte ich mir wie gewohnt Nudeln, dazu aß ich ein paar Tomaten und Nüsse. Nach meiner Abendroutine konnte ich mich endlich in meinen Schlafsack kuscheln.
Mittlerweile bin ich so weit nach Süden gekommen, dass die Nächte allmählich wärmer werden sollen. Hoffentlich bleibt das auch so, denn ein bisschen weniger Kälte am Morgen wäre durchaus angenehm.
Während in der Nähe meines Zeltes die Gänse schnatterten und sich ebenfalls auf die Nacht vorbereiteten, kroch ich in meinen Schlafsack und ließ den erlebnisreichen Tag ausklingen. Ein langer Radfahrtag mit vielen Höhenmetern, beeindruckenden Küstenlandschaften und einem Sonnenuntergang, der kaum schöner hätte sein können, ging zu Ende.












