Durch moosbewachsene Wälder und eine ungeplante Reparatur
Am heutigen Morgen startete ich von meinem Schlafplatz auf dem Picknickareal. Die Morgenstunden waren noch immer ziemlich kalt, weshalb ich zunächst etwas Brot mit Erdnussbutter frühstückte und mich anschließend früh auf den Weg machte. Da meine Essensvorräte fast vollständig aufgebraucht waren, hielt ich bereits wenige hundert Meter später in Forks an, um in einem kleinen Supermarkt neue Lebensmittel und etwas zu trinken zu kaufen.
Da die Sonne gerade erst aufging, saß ich noch mit meiner Daunenjacke vor dem Supermarkt und frühstückte in der Kälte. Sobald mir die ersten Sonnenstrahlen ins Gesicht schienen, wurde es jedoch spürbar wärmer. Ich konnte eine Schicht ausziehen und in meinem langärmligen Radtrikot weiterfahren.
Die Strecke führte mich über kurvige Straßen durch das Landesinnere. Immer wieder ging es über Hügel, bevor ich mich erneut der Küste näherte und anschließend wieder ins Inland abbog. Nach etwa 60 Kilometern legte ich am Straßenrand eine Pause ein und gönnte mir meine mittlerweile alltäglichen Oreo-Kekse. Irgendwann verlangt mein Körper einfach nach etwas Zucker, und so schmeckten sie auch heute wieder hervorragend.
Anschließend ging es weiter durch die Landschaft mit ihren faszinierenden, moosbewachsenen Wäldern. Viele der Bäume waren vollständig mit Moos überzogen, was der Umgebung eine beinahe märchenhafte Atmosphäre verlieh. Ich genoss diese besondere Natur und arbeitete mich Kilometer für Kilometer voran.
Nach insgesamt 152 Kilometern begann ich schließlich, nach einem geeigneten Schlafplatz zu suchen. Das gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht. Viele Zufahrten zu Waldwegen waren durch Schranken versperrt, und überall standen Schilder, die auf Privatgrundstücke oder Durchfahrtsverbote hinwiesen. Da ich weder unerlaubt auf fremdem Grund übernachten noch unnötige Risiken eingehen wollte, suchte ich besonders sorgfältig nach einem geeigneten Platz.
Schließlich fand ich einen kleinen, geschotterten ehemaligen Weg, der durch eine Buschreihe von der Straße abgeschirmt wurde und sich noch auf öffentlichem Grund befand. Damit hatte ich zumindest einen einigermaßen geschützten Schlafplatz gefunden.
Nun wollte ich mir nach dem langen Tag endlich mein Abendessen zubereiten. Doch ausgerechnet jetzt machte mir mein Kocher einen Strich durch die Rechnung: Er funktionierte nicht mehr.
Ein ähnliches Problem hatte ich während meiner bisherigen Zeit in Neuseeland und Australien bereits erlebt. Dass es nun erneut auftrat, war alles andere als erfreulich. Also begann ich, den Kocher auseinanderzubauen, die Düsen zu reinigen und nach der Ursache zu suchen. Schließlich zerlegte ich ihn vollständig und tauschte an den beiden Hauptdüsen beziehungsweise den entsprechenden Bauteilen Ersatzteile aus.
Beim anschließenden Zusammenbau stellte ich jedoch fest, dass die Verbindung zwischen dem Benzinschlauch und dem Kocher nicht mehr richtig fest saß. Offenbar war die Verbindung nicht mehr dicht, sodass beim Betrieb Benzin austrat und in den Boden gelangte. Das war natürlich besonders ärgerlich, denn genau das wollte ich unbedingt vermeiden.
Ich nahm die Verbindung mehrfach auseinander und versuchte, den Fehler zu beheben. Dabei stellte ich fest, dass vermutlich eine Dichtung beschädigt worden oder beim Zerlegen verloren gegangen war. Obwohl ich eigentlich vorsichtig gearbeitet hatte, ließ sich das Problem nicht ohne Weiteres lösen.
Mittlerweile war es dunkel geworden, und aus einer kleinen Reparatur war eine ungeplante Bastelei von zweieinhalb Stunden geworden. Mir war inzwischen richtig kalt, und nach der langen Etappe hatte ich vor allem Hunger auf eine warme Mahlzeit.
Schließlich entschied ich mich, mir trotz der nicht vollständig dichten Verbindung noch meine Nudeln zu kochen. Mir war bewusst, dass austretendes Benzin ein Sicherheits- und Umweltproblem darstellt und der Kocher in diesem Zustand nicht weiterverwendet werden sollte. Für die Zukunft muss ich daher unbedingt eine zuverlässige Lösung finden.
So wurde es am Ende deutlich später als geplant. Nach einem langen Tag auf dem Fahrrad, wunderschönen Landschaften und einer unerwarteten Reparatur ging ich schließlich müde ins Bett. Manchmal gehören eben auch solche Tage zum Radreiseabenteuer: Nicht immer läuft alles nach Plan, und gerade die kleinen Herausforderungen verlangen einem unterwegs einiges an Geduld ab.









