Von eisiger Morgenkälte bis ans Meer – kurz vor Vancouver
Am heutigen Morgen kroch ich aus meinem Schlafsack, doch draußen war es noch immer bitterkalt. Ich aß zunächst etwas Brot mit Erdnussbutter, doch die Temperaturen sanken gefühlt noch weiter. Es wurde schließlich so kalt, dass ich mich noch einmal in meinen Schlafsack zurückzog, um mich aufzuwärmen. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet!
Erst gegen 10:00 Uhr wagte ich mich wieder aus dem Zelt, als die Sonne langsam hinter den Bergen hervorkam und die Umgebung allmählich erwärmte. Da ich erst jetzt mit dem Zusammenpacken beginnen konnte, kam ich heute erst um 11:00 Uhr los. Normalerweise versuche ich, spätestens um 9:00 Uhr auf dem Fahrrad zu sitzen, doch bei diesen Temperaturen war ein früherer Start einfach nicht möglich.
Direkt zu Beginn wartete ein Anstieg mit rund 300 Höhenmetern auf mich, der mich hinauf nach Whistler führte. Kurz vor dem Ort passierte ich einen wunderschönen, intensiv blau schimmernden See. Im Hintergrund erhoben sich die schneebedeckten Berge, die einen beeindruckenden Kontrast zum klaren Wasser bildeten. Ich hielt kurz an, um die Aussicht zu genießen, bevor ich meine Fahrt fortsetzte.
Da heute Sonntag war, herrschte auf den Straßen deutlich mehr Verkehr als gewöhnlich. Besonders viele Mountainbiker waren unterwegs, deren Enduro- und Downhill-Bikes auf den Fahrradträgern ihrer Autos befestigt waren. Whistler ist schließlich für seinen riesigen Bikepark bekannt und zieht entsprechend viele Radsportbegeisterte an.
In Whistler legte ich eine kurze Pause ein, bevor es für mich weiterging. Die Strecke führte mich durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit zahlreichen Hügeln, kurzen Anstiegen und anschließenden Abfahrten. Irgendwann begann schließlich eine längere Abfahrt, auf der ich immer weiter in Richtung Küste hinunterrollte.
Unterwegs boten sich mir noch einmal ganz besondere Ausblicke auf die Berge, während die Sonne langsam tiefer sank. Schließlich erreichte ich das Meer. Nach den vielen Höhenmetern und den kalten Morgenstunden fühlte sich dieser Moment wie ein kleiner Triumph an. Ich war meinem nächsten großen Ziel, Vancouver, nun ganz nah!
Am Abend fand ich einen wunderschönen Schlafplatz direkt am Meer. Da ich mich nach dem langen Tag unbedingt waschen wollte, ging ich noch einmal kurz ins Wasser. Dabei entdeckte ich plötzlich einige Quallen, die sich am Ufer befanden. Da hatte ich offenbar Glück, dass ich ihnen nicht zu nahe gekommen war. Ob sie gefährlich gewesen wären, wusste ich allerdings nicht.
Zurück an meinem Schlafplatz bereitete ich mir ein leckeres Abendessen zu und genoss anschließend den Sonnenuntergang. Die Sonne verschwand langsam hinter den Bergen und den Inseln vor der Küste, während sich die Landschaft in warme Farben tauchte.
Mit diesen wunderschönen Eindrücken kroch ich schließlich in mein Zelt. Morgen ist es nicht mehr weit bis Vancouver – und ich freue mich darauf, dieses nächste Etappenziel meiner Reise zu erreichen.










