Tag
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Regen, Kälte und ein warmer Zufluchtsort

Ich wachte am Morgen durch das Prasseln des Regens auf. Die ganze Nacht hatte es geregnet, und auch jetzt wollte der Regen einfach nicht nachlassen. Zum Glück waren meine Sachen durch den Heizstrahler im Shelter trocken geworden, und auch mein Zelt war noch trocken. Das gleichmäßige Brummen des Dieselgenerators störte mich nicht – ich war einfach nur müde. Außerdem hatte der Generator den angenehmen Nebeneffekt, dass die Geräuschkulisse vermutlich auch die Wildtiere etwas auf Abstand hielt.

Ich packte am Morgen meine Sachen zusammen, zog meine komplette Regenkleidung an und machte mich wieder auf den Weg. Schon bald zeigte sich allerdings das gleiche Problem wie am Vortag: Unter meiner Regenkleidung wurde meine Kleidung durch den Schweiß immer feuchter, während gleichzeitig von außen der Regen auf die Kleidung prasselte. Irgendwann war ich dadurch von innen und außen nass und begann erneut zu frieren.

Da wurde mir klar, dass ich diesen Zustand nicht den ganzen Tag durchhalten konnte. Mein heutiges Ziel war deshalb lediglich die rund 60 Kilometer entfernte Meziadin Junction. Auch diese Strecke war noch einmal ziemlich hügelig, aber ich kämpfte mich Kilometer für Kilometer durch den Regen und erreichte schließlich mein Ziel.

Dort traf ich wieder auf das deutsch-italienische Paar, mit dem ich mich in den vergangenen Tagen angefreundet hatte. Sie erzählten mir, dass sie während der vergangenen, besonders regnerischen Etappe und auch in der Nacht an mich gedacht und sogar auf mich gewartet hatten. Diese Anteilnahme hat mich wirklich berührt.

Zunächst durfte ich mich bei ihnen in ihrem Van aufwärmen. Anschließend entschied ich mich, auf dem kleinen Campingplatz bei der Versorgungsstation ein Zimmer für die Nacht zu nehmen. Zwar kostete dieses 70 Euro, aber unter diesen Bedingungen wäre alles andere einfach unvernünftig gewesen. Ich musste dringend ins Warme, meine Sachen trocknen und mich selbst einmal richtig aufwärmen. Außerdem sollte es den restlichen Tag und auch in der Nacht weiter stark regnen.

So gönnte ich mir erst einmal eine warme Dusche und konnte anschließend trockene Kleidung anziehen. Meine Radbekleidung wanderte direkt in die Waschmaschine und anschließend in den Trockner. Dadurch war am Ende nicht nur alles trocken, sondern auch wieder sauber – ein kleines Stück Luxus nach den vergangenen Regentagen.

Im Van meiner Freunde wartete dann noch eine weitere Überraschung auf mich: Sie hatten für mich selbstgemachte Pizza und eine warme Gemüsesuppe vorbereitet. Nach dem kalten und nassen Tag war das unglaublich wohltuend und eine wirklich herzliche Geste.

Als meine Freunde später mit ihrem Van zu ihrem Schlafplatz weiterfuhren, zog ich mich in mein Zimmer zurück und genoss die Wärme und Trockenheit. Eigentlich hatte ich zuvor gelesen, dass der kleine Supermarkt vor Ort gut ausgestattet sein sollte. In Wirklichkeit bestand das Angebot jedoch hauptsächlich aus Chips und Schokoriegeln. Meine Lebensmittelreserven musste ich also weiterhin gut einteilen.

Müde und erschöpft von diesem zwar nicht besonders langen, dafür aber kalten und nassen Tag, legte ich mich schließlich in mein warmes, trockenes Bett. Nach den vergangenen Stunden fühlte sich dieser einfache Komfort beinahe wie purer Luxus an.