Tag
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Vom Dalton Highway auf den Elliot Highway

Am heutigen Morgen frühstückte ich noch einmal im Camp-Restaurant mit einem leckeren großen Müsli, Ei und Toastbrot. So startete ich gestärkt in den Tag.

Ich verabschiedete mich von allen Mitarbeitern, mit denen ich auch am Vortag nette Gespräche hatte. Es herrschte hier einfach eine sehr familiäre Atmosphäre. Wirklich eine sehr nette Mitarbeiterschaft.

So kaufte ich mir noch ein paar Snacks und machte mich auf den Weg. Es hatte zwar aufgehört zu regnen und die Sonne versuchte, sich durch den Nebel zu kämpfen, die Wege waren jedoch durch die letzten Regentage sehr matschig. Das war nicht gerade hilfreich.

So fuhr ich erst einmal über den Yukon River und dann weiter den Berg hinauf. Insgesamt ging es für mich direkt am Anfang 500 Höhenmeter am Stück einen Berg hoch.

Ich kam langsam durch den Nebel, und die Sonne blitzte immer wieder kurz zwischen den Nebelschwaden hervor. Durch den Nebel war alles noch relativ kalt. Als ich dann irgendwann relativ weit oben war, lichtete sich der Nebel und die Sonne kam heraus.

Nun war es sehr angenehm und wurde schnell auch warm. Die Sonne war an sich eine sehr gute Sache. Was jedoch nicht so gut war, war die Tatsache, dass nun der ganze Schlamm durch die Sonne trocknete und sehr klebrig wurde.

Wenn es nass ist und regnet, ist der Schlamm nicht so klebrig und pappt nicht an meinem Reifen. Dadurch, dass er jetzt jedoch trocknete, hatte ich immer wieder Probleme, dass mein Reifen fast an meinem Schutzblech blockierte, da sich wieder zu viel Schlamm an meinem Reifen festgepappt hatte.

Somit musste ich immer wieder bewusst in nassere Bereiche des Schlamms fahren, um den Schlamm wieder lockerer zu bekommen und abzubekommen. Das kannte ich das letzte Mal aus Laos.

Da es auch immer wieder relativ steil hochging, klebte der Schlamm beim langsamen Fahren noch mehr. Somit musste ich versuchen, irgendwie mit aller Kraft die Berge schneller hochzukommen. Das ist jedoch nicht einfach und bei den Schlammverhältnissen zudem noch sehr verlangsamend.

Vor allem war der Schlamm ein Tongemisch, der an meinem Fahrrad durch die Sonne auch direkt extrem hart wurde. So schleppte ich allein an meinem vorderen und hinteren Schutzblech jeweils zwei Kilo Schlamm mit mir herum.

Die Kette wurde durch den Ton auch extrem schnell trocken, da dieser beim Trocknen das ganze Öl und die gesamte Feuchtigkeit aus der Kette zog.

Ich hatte schon häufiger Situationen mit Schlamm, aber dass der Schlamm wirklich die gleiche Konsistenz wie Ton hat oder dies wahrscheinlich auch ist, hatte ich bisher noch nicht. Es ist auf jeden Fall das Anstrengendste, was ich bisher erlebt habe.

So ging es dann trotzdem irgendwie Stück für Stück für mich voran. Die LKWs fuhren die Straßen immer mehr platt, und es trocknete auch immer mehr. Dadurch entstand langsam über den Tag eine Fahrspur, auf der ich fahren konnte, ohne dass irgendetwas festklebte.

Es ging einen Bergzug nach dem anderen hoch und runter, bevor ich an das Ende des Dalton Highway kam. Am Ende oder am Anfang, wie man es aus welcher Richtung sieht, stand eine große Holztafel mit der Aufschrift „Dalton Highway“ und auch eine Informationstafel über die Geschichte.

Das ließ ich mir alles brav durch, machte ein Bild und fuhr weiter Richtung hoffnungsvoller, geteerter Straße.

So kam es dann auch, dass endlich der Elliot Highway zu großen Teilen asphaltiert war. Der Anfang war zwar immer noch von Gravelpassagen geprägt, jedoch auch schon mit viel Asphalt ausgebaut.

So fuhr ich dann noch ein paar Hügel auf dem deutlich schneller befahrbaren und auch nicht matschigen Elliot Highway.

An einem Fluss baute ich dann mein Abendlager auf. Da hier nun auch Wald war und nicht nur Tundra, kochte ich ein bisschen entfernt von meinem Zelt, damit ich mit dem Geruch nicht Bären zu meinem Zelt führte.

Nach meinem abendlichen Stretching, das ich nach dieser anstrengenden Etappe mit über 2.200 Höhenmetern heute unbedingt brauchte, ging es für mich müde ins Bett.