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Ein Ruhetag im Yukon River Camp

Heute Morgen wachte ich im Trockenen und Warmen und gut erholt in meinem Zimmer im Yukon River Camp auf. In der Nacht hatte es bereits angefangen zu regnen und es sollte heute den ganzen Tag weiterregnen.

Das war auch der Grund, warum ich hier nun notgedrungen eine Nacht in einem Zimmer für 99 Dollar verbringen musste. Das war bereits der ermäßigte Preis für Radfahrer, Kanufahrer oder Wanderer. Normalerweise kostet ein Zimmer hier 259 Dollar für eine Nacht. Das ist schon echt heftig.

Es gibt jedoch weit und breit keine anderen Unterkünfte. Die nächsten Möglichkeiten wären Fairbanks oder Coldfoot, und beide sind etwa 250 Kilometer entfernt.

Da ich hier Internet hatte, weil es Starlink gab, konnte ich meine Reels bearbeiten. In den letzten Tagen hatte sich einiges angesammelt, weshalb ich nun einiges zu tun hatte.

Nach einem leckeren Frühstück im Restaurant des Camps fing ich jedoch erst einmal mit meinem Tagebuch an. Da ich in den vergangenen Tagen so viel erlebt hatte, dauerte es ein paar Stunden, bis ich die letzten zehn Tage in mein Handy gesprochen und anschließend die Texte überarbeitet hatte.

So blieb am Ende des Tages gar nicht mehr viel Zeit für die Reels übrig. Deshalb beschloss ich, wenn ich in Fairbanks meine zwei Ruhetage machen würde, dort die Reels fertig zu schneiden.

Dann gab es auch noch einmal Mittagessen im Camp. Jedes Essen kostete ungefähr 24 Dollar, was ebenfalls extrem teuer ist. Für das Internet musste ich zusätzlich zehn Dollar am Tag bezahlen.

Somit war das hier eine ganz schön teure Angelegenheit mitten im Nirgendwo.

Es wäre jedoch zu gefährlich gewesen, heute weiterzufahren. Nach den gefährlichen Situationen der letzten zwei Tage – von einer beinahe Unterkühlung bis hin zu einem fast erfolgten Wolfsangriff – war in den letzten Tagen einiges dabei.

Da war es auch einmal schön, anderthalb Tage im Warmen, mit warmen Duschen und im Trockenen zu verbringen.

Die nächsten zwei Tage sahen laut Wettervorhersage sehr vielversprechend aus. Das hoffte ich zumindest.

Am Abend nahm ich mir noch ein paar Souvenirs mit und schrieb meiner ganzen Familie und meinem Patenonkel eine Postkarte, da es tatsächlich auch einen kleinen Briefkasten beim Yukon River Camp gab.

Karte und Briefmarke kosteten zusammen pro Stück fünf Dollar. Hier, mitten im Nirgendwo auf dem Dalton Highway, ist einfach alles überteuert. Die ganzen Sachen müssen schließlich mit LKWs über lange Strecken hierhergebracht werden. Das kostet eben Logistik und Fahrer.

Am Abend aß ich dann nicht wieder im Camp-Restaurant, sondern machte mir meine eigenen Nudeln. Morgen sollte es nämlich wieder losgehen, und im Restaurant gab es vor allem Burger, Suppe oder Salat. Das packte meine Kalorienspeicher nun nicht ganz voll.

So ging es für mich noch ein zweites Mal in ein warmes und trockenes Bett, bevor es am nächsten Tag endlich wieder weitergehen konnte.