Der letzte Tag auf dem Eliot-Highway zu einer Hütte mitten im Wald
Heute Morgen wachte ich durch den letzten Regen der Nacht auf. Es prasselte noch ein bisschen auf mein Zelt und hörte dann kurze Zeit später auf.
So ging ich aus dem Zelt zum Frühstück und baute danach Stück für Stück alles wieder zusammen und verstaute es in meinen Fahrradtaschen.
Heute hatte ich noch eine Etappe auf dem Elliot Highway vor mir. Erst einmal kam ich jedoch gar nicht so weit. Bei einer Baustelle, an der der Highway ausgebaut und neu asphaltiert wurde, musste ich mein Fahrrad auf die Ladefläche eines Pick-ups laden.
Das hieß für mich natürlich erst einmal: alle Taschen ab, die Taschen auf den Pick-up und dann das Fahrrad hinterher.
Da die Firma, die die Baustelle betreibt, dort auch die Verantwortung trägt, falls etwas passiert, dürfen hier keine Fahrradfahrer durchfahren. Ich hatte jedoch einen sehr netten Bauarbeiter, der mich auf die andere Seite der Baustelle brachte.
Er erzählte mir ein paar Geschichten über die letzten Fahrradfahrer, die er ebenfalls hier herübergefahren hatte. Danach konnte ich, nachdem ich wieder alle Taschen am Fahrrad befestigt hatte, weiterfahren.
Ab dort war der Highway dann auch durchgehend asphaltiert. Das hieß: kein Matsch und keine klebrigen Angelegenheiten mehr.
So fuhr ich weiterhin viel bergauf und bergab durch die atemberaubend schöne Herbstlandschaft.
Irgendwann am Nachmittag musste ich dann meine Navigation anpassen. Im Yukon River Camp hatte mich eine Frau zu meiner Wolfsituation befragt. Dadurch kamen wir ins Gespräch und sie erzählte mir, dass sie eine kleine Hütte, die zwar noch im Bau ist, aber bisher nicht bewohnt wird, in Goldstream in der Nähe von Fairbanks hat.
Sie bot mir an, dass ich die Hütte kostenlos nutzen könnte, falls ich eine Pause machen möchte. Genau auf dem Weg dorthin war ich jetzt.
Ich schaute natürlich mit Google Maps, was der schnellste Weg dorthin vom Elliot Highway aus wäre. Die Route, die mir Google Maps vorschlug, wurde schlussendlich immer kleiner und matschiger.
Diesen Trekkingpfad konnte ich nur mit meinem Fahrrad Stück für Stück entlangfahren. Zudem hatte ich keine Gewissheit, dass der Weg nicht plötzlich irgendwann irgendwie aufhört. Da musste ich einfach nur hoffen.
Ein paar Minuten später war ich dann zum Glück wieder auf einer asphaltierten Straße, die mich bis nach Goldstream brachte.
Da ich nicht direkt durch Fairbanks fuhr, musste ich zu dem kleinen General Store in Goldstream. Ich musste einfach nur hoffen, dass er genug Sortiment hatte.
Dort kaufte ich dann erst einmal für die nächsten drei Tage groß ein. Ich musste meinen Rucksack aus meiner Fahrradtasche holen, damit ich dort die ganzen Sachen verstauen konnte.
So ging es dann mit viel Brot, Erdnussbutter, Nudeln, Soße, vielen Haferflocken, ein bisschen Obst, Snacks und Softdrinks noch einmal über ein paar Hügel und dann einen Berg hinauf bis zu der Hütte.
Der letzte Berg raubte mir dann noch einmal meine letzte Kraft, da ich nun mit dem Rucksack noch einmal deutlich schwerer war. Ich freute mich jedoch schon auf einen warmen Kamin.
Auf dem Weg zur Hütte hielt dann noch ein Auto an, und ein Mann war interessiert, was ich dort mache. Wir kamen ins Gespräch und er erzählte, dass er auch drei Jahre in Deutschland gelebt und bei der US Air Force gearbeitet hatte.
Er bot mir an, mich am nächsten Abend zum Essen einzuladen, und wir tauschten Nummern aus.
Dass aus dem Essen nie etwas werden würde und er sich nie mehr melden würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Trotzdem war es ein nettes Gespräch und ich fuhr meine letzten paar hundert Meter weiter zur Hütte.
An der Hütte angekommen, konnte ich mir erst einmal eine kleine Dusche mit meiner Wasserflasche gönnen, da es hier noch keine Dusche gab.
Wenig Wasser, kalt und effektiv, mit ein bisschen biologisch abbaubarem Shampoo. Mehr braucht es manchmal nicht.
Die Wirkung danach und das Gefühl, sich wieder frischer zu fühlen, sind gigantisch.
Nach dieser kleinen kalten Dusche am Abend machte ich mir erst einmal den Kamin an und aß sehr viel.
Nach meiner Abendroutine ging es dann in ein warmes Bettchen in einer sehr tollen Hütte, mitten im Wald in Alaska.






