Von Tokio über Hakone bis nach Kyoto
Wir blieben zwei Tage in Tokio und schauten uns einiges von der Stadt an. Vom Tokyo Tower über verschiedene Schreine bis hin zu interessanter Architektur gab es viel zu entdecken.
Am dritten Tag ging es dann mit dem Zug weiter Richtung Süden. In Koshigoe angekommen, kauften wir zunächst wieder Lebensmittel ein und gingen ein bisschen am Strand spazieren. Am Abend gingen wir dann noch im Meer baden. Das Wasser war angenehm warm und der große Sandstrand machte den Abend besonders schön. Anschließend machten wir uns zu Hause noch etwas Leckeres zu essen.
Am nächsten Tag liehen wir uns Fahrräder aus. Wir wollten die Umgebung, die sehr interessant sein sollte, auf meine Art und Weise erkunden. Zwar waren die Fahrräder viel zu klein für uns, aber wir arrangierten uns damit. So ging es zunächst an der Küste entlang, vorbei an Schreinen und Tempeln, die wir besichtigten. Ein besonderes Highlight war ein Bambuswald. Mit dem Fahrrad bin ich zwar schon einmal durch Bambuswälder gefahren, aber einen solchen Wald zu Fuß zu erleben, ist noch einmal etwas ganz anderes.
Dort nahmen wir auch an einer Teezeremonie teil und probierten grünen Tee und Matcha. Matcha hat in Japan eine große Tradition und ist in den westlichen Ländern vor allem in den letzten Jahren sehr beliebt und trendig geworden.
Auf dem Rückweg kehrten wir noch in einem leckeren Restaurant ein, in dem es auch äußerst gute Sandwiches gab. Die Menschen hier sind einfach immer wieder sehr nett und höflich, was mich sehr glücklich macht. Daran könnten sich viele Menschen einmal ein Beispiel nehmen.
Am nächsten Tag ging es schon wieder zum nächsten Ort. Mit dem Zug fuhren wir weiter Richtung Süden und anschließend mit einem Bus hinein in die Berge. Unsere zweite Unterkunft lag nämlich in der Nähe von Hakone, mitten in den Bergen Japans.
Als wir ankamen, machten wir es uns zunächst in der Unterkunft gemütlich. Da es dort auch ein Onsen gab, ein traditionelles japanisches Bad, das durch das geothermisch erwärmte Wasser der Berge und Vulkane gespeist wird, gingen wir am Nachmittag direkt hinein. Es war sehr schlicht, aber wunderschön gestaltet. Da es noch relativ früh am Tag war, hatten wir nach Geschlechtern getrennt das Onsen jeweils ganz für uns alleine.
Die Aussicht auf die tief hängenden Wolken und den dahinter verborgenen Mount Fuji, den ich leider nicht sehen konnte, war auf jeden Fall sehr magisch. Am Abend gingen wir im kleinen Ort Hakone noch etwas zu Abend essen.
Am nächsten Tag liefen wir von der Unterkunft los und einen Wanderweg entlang des Ashi-Sees. Es war sehr schön, hier entlangzulaufen, da die Temperaturen in den Bergen deutlich angenehmer waren. Einige Touristen fahren diese Strecke zwar mit großen, an Piratenschiffe erinnernden Ausflugsschiffen, aber da wir nicht faul sind, liefen wir die Strecke zu Fuß.
Nach etwa sechs Kilometern kamen wir an einem großen Schrein mit den sehr traditionellen japanischen Toren an. Dort waren allerdings auch wieder die ganzen Touristen versammelt, die bereits in einer langen Schlange für das beste Foto unter einem der großen Tore anstanden. Auf dieses Spektakel hatten wir überhaupt keine Lust. Wir versuchten deshalb, die Stimmung an dem großen Tor mit dem Blick auf den See und die Berge zu genießen und die Menschen um uns herum ein wenig auszublenden.
Weiter ging es anschließend nach Motohakone. Von dort aus nahmen wir einen Bus durch die Berge nach Gora. Die letzten Stationen mussten wir dann vom Bus in eine sehr schöne Bergbahn umsteigen. Von dort ging es anschließend mit einer Seilbahn weiter hinauf in die Berge. Schließlich stiegen wir noch in eine Gondel um, die uns über die Berge bis zum Schwefelfeld bei Hakone brachte.
Das war auch eines der großen Highlights hier. Überall dampfte es und es roch nach Vulkanaktivität. Wir stiegen an der Mittelstation am Schwefelfeld aus. Es war zwar nicht so ursprünglich wie ähnliche Schwefelfelder, die ich beispielsweise aus Indonesien kenne, aber trotzdem sehr faszinierend.
Am Vortag hatte ich noch eine sehr limitierte Führung gebucht, bei der die Besucher noch einmal deutlich näher an das Schwefelfeld herankommen. So konnte ich mir aus nächster Nähe einen schönen Überblick über die beeindruckende Landschaft und die kleinen brodelnden Tümpel verschaffen. Dabei war es allerdings nicht ratsam, den ganzen Rauch einzuatmen, da dieser auf Dauer giftig sein kann.
Auf der Führung wurde uns auch erklärt, dass nach einem früheren Ausbruch, bei dem einige Menschen während einer solchen Führung ohne ausreichende Schutzausrüstung von herabfallenden Steinen erschlagen wurden, insgesamt neun Bunker entlang eines etwa 800 Meter langen Rundwegs errichtet wurden. Auch der Mann der Führerin soll bei diesem Unglück ums Leben gekommen sein. Deshalb mussten wir während der Führung Helme tragen und bekamen das Sicherheitskonzept sehr genau erklärt.
Nach dieser äußerst interessanten Führung ging es für uns mit der Gondel auf der anderen Seite der Mittelstation hinunter zum großen Ashi-See nach Hakone. Dort angekommen, wurden wir von einem Shuttle des Hotels wieder ein Stück höher in die Berge gebracht, wo wir sehr versteckt unser Zimmer hatten.
Nach der längeren Wanderung und diesem ereignisreichen Tag fing es am Nachmittag dann auch wieder an zu regnen. So gingen wir bei dem schönen Regen noch einmal in das warme Onsen. Einen solchen Tag ausklingen zu lassen, ist wirklich Wellness.
Am nächsten Tag ging es für uns dann schon wieder weiter Richtung Süden. In Kyoto angekommen, fuhren wir mit dem Schnellzug Shinkansen und anschließend mit einer kleineren Bahn nach Otsu. Dort hatten wir eine sehr schicke Unterkunft direkt im Stadtkern.
Am Abend kauften wir auch hier wieder im Supermarkt ein und gingen anschließend an der Promenade des Biwa-Sees entlang. So ließen wir den Tag gemütlich ausklingen.
Am nächsten Morgen ging es sehr früh mit der Bahn nach Kyoto. Wir hatten eine Free Walking Tour gebucht, die uns vor allem den östlichen Teil von Kyoto sowie dessen Kultur und Natur näherbringen sollte. So ging es unter anderem durch einen sehr berühmten Bambuswald und entlang verschiedener Tempel, Schreine und Flüsse.
Am Katsura-Fluss liefen wir entlang und ließen uns von unserem Guide die Kultur und Geschichte der Gegend näherbringen. Anschließend gingen wir noch lecker essen. Danach schauten wir uns noch ein paar andere Ecken von Kyoto an und beschlossen, in der Nachmittagshitze wieder zu unserer Unterkunft am See zu fahren.
Dort entspannten wir uns und fuhren am Abend noch einmal nach Kyoto, um den berühmten Weg der 1000 Tore zu gehen. Auch am Abend war der Weg sehr schweißtreibend, da es ständig den Berg hinaufging. Es war jedoch sehr interessant zu sehen, wie viele verschiedene kleine und größere Tore sich hier entlang des Weges aneinanderreihten.
Glücklicherweise gab es, wie überall in Japan, auch auf diesem Weg einige Getränkeautomaten. So konnten wir uns nach der Anstrengung zwischendurch mit etwas Wasser versorgen. Oben angekommen, hatten wir schließlich eine schöne Aussicht über Kyoto. Danach ging es den Weg wieder hinunter und mit der direkt angrenzenden Bahnstation zurück zum Hauptbahnhof und weiter nach Otsu.
Am nächsten Tag beschlossen wir, nicht in die Stadt zu fahren. Stattdessen fuhren wir mit der Bahn an der Westseite des Sees entlang und stiegen an einer schönen Wasserstelle aus. Dort gab es auch einen kleinen Strand, sodass wir es ganz entspannt angehen lassen konnten.
Wir sprangen immer wieder ins Wasser, trockneten uns anschließend in der Sonne, aßen Snacks und genossen die ruhige Atmosphäre am See. Am Nachmittag fuhren wir wieder mit der Bahn zu unserer Unterkunft zurück.
Ich musste ohnehin noch ein paar Back-ups von meinen Videoaufnahmen machen, weshalb ich dafür noch etwas Zeit benötigte. Zusätzlich musste ich parallel noch ein paar andere Dinge organisieren.
Am nächsten Tag war dann auch schon der letzte Tag in Kyoto angebrochen. Am Morgen hatten wir noch einmal eine Free Walking Tour gebucht, die uns ein ganz anderes Bild von Kyoto vermittelte. Dieses Mal ging es vor allem um das alltägliche Leben in Kyoto, kleine Seitengassen und weniger touristische Orte. Wir sahen kleine, schöne Tempel und Grabmäler und bekamen dazu viele interessante Hintergrundinformationen.
Das war auf jeden Fall eine wirklich tolle Tour, die mir noch einmal eine ganz andere und persönlichere Nähe zu Kyoto vermittelt hat.
Anschließend gingen wir noch einmal etwas essen und machten uns danach auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft. Dort angekommen, packte ich meine Taschen, machte die letzten Back-ups und bereitete mich schon einmal mental auf den morgigen Flug vor.










































