Tag
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Durch die majestätischen Mammutbaumwälder und eine wichtige Fahrradreparatur

Am heutigen Morgen stand ich früh auf. Bevor es wieder aufs Fahrrad ging, gab es erst einmal ein großes Müsli zum Frühstück. Als Wegzehrung bereitete ich mir zusätzlich einen Tortilla-Wrap vor. Anschließend packte ich meine letzten Sachen zusammen und fuhr gemeinsam mit Mark zum Einstieg eines kleineren Trails in der Nähe.

Dort verabschiedete ich mich von Mark und bedankte mich bei ihm und seiner Frau für die unglaublich schöne und herzliche Zeit. Ich hatte die Tage bei ihnen wirklich sehr genossen und hätte vorher niemals gedacht, dass ich so eine wundervolle Gastfreundschaft erleben würde.

Nach dem Abschied ging es für mich auf den Mammutbaum-Trail. Der Weg war eine relativ ruppige Gravel-Strecke, die sich bergauf durch einen beeindruckenden Wald aus gigantischen Mammutbäumen schlängelte. Ich kam aus dem Staunen kaum heraus. Diese gewaltigen Bäume aus nächster Nähe zu erleben, war unglaublich faszinierend. Ihre Größe und die besondere Atmosphäre des Waldes machten diesen Abschnitt zu einem echten Highlight.

Irgendwann waren die rund zehn Kilometer durch den Wald jedoch vorbei und ich erreichte wieder Crescent City. Von dort wartete bereits der nächste längere Anstieg auf mich. Zunächst ging es auf dem Seitenstreifen des Highways bergauf. Dieser Abschnitt war landschaftlich allerdings deutlich weniger beeindruckend als die zuvor durchquerten Mammutbaumwälder.

Nach einigen Höhenmetern wechselte ich auf eine Parallelstraße zum Highway 101. Diese führte mich erneut durch einen wunderschönen Wald voller riesiger Mammutbäume. Diesmal war die Strecke sogar asphaltiert, sodass ich die Umgebung ganz entspannt genießen konnte. Über mehrere Kilometer ragten die gewaltigen Bäume links und rechts von mir in den Himmel. Es war wieder einmal eine dieser Landschaften, bei denen man am liebsten ständig stehen bleiben und einfach nur staunen möchte.

Irgendwann gingen die beeindruckenden Mammutbaumwälder wieder in gewöhnlichere Waldgebiete mit kleineren Bäumen über und ich gelangte zurück auf den Highway 101. Nach einiger Zeit erreichte ich schließlich die ersten Ortschaften und fuhr weiter in Richtung McKinleyville, wo ich mir einen Schlafplatz suchen wollte.

Bevor ich mich jedoch darum kümmerte, stand noch eine wichtige Reparatur an meinem Fahrrad an. Mir war bereits seit einiger Zeit aufgefallen, dass sich mein größtes Ritzel zunehmend seitlich bewegte. Das deutete darauf hin, dass mein Tretlager mittlerweile vollständig verschlissen war. Zwar konnte ich den Tag noch damit fahren, allerdings wollte ich nicht riskieren, dadurch auch meine Kette und das Kettenblatt unnötig zu beschädigen.

Also suchte ich mir eine Bank in einem Park, breitete mein Werkzeug aus und machte mich an die Arbeit. Ich baute das alte Tretlager vollständig aus, reinigte und fet­tete die entsprechenden Stellen, setzte das neue Tretlager ein und montierte anschließend alles wieder. Nach ungefähr 30 Minuten war die Reparatur erledigt. Bei solchen Arbeiten macht sich die Erfahrung der vergangenen Monate definitiv bezahlt. Was anfangs vielleicht noch eine größere Herausforderung gewesen wäre, geht mittlerweile routiniert und problemlos von der Hand.

Währenddessen wurde es langsam dunkel und ich musste mich noch um einen geeigneten Schlafplatz kümmern. In dem Park selbst war es allerdings schwierig, eine ruhige und versteckte Stelle zu finden, da noch viele Hundebesitzer unterwegs waren. Also fragte ich kurzerhand eine Frau, die gerade mit ihrem Hund spazieren ging, ob sie vielleicht einen geeigneten Platz in der Umgebung kennen würde.

Netterweise zeigte sie mir einen kleinen Trail, der durch ein Waldstück direkt zum Strand führte. Dort sollte es einige versteckte Stellen geben, an denen ich ungestört mein Zelt aufbauen könnte. Das klang deutlich besser als die offene Parkwiese.

So fand ich schließlich einen kleinen, verwinkelten Platz zwischen dem Gebüsch und baute dort mein Zelt auf. Wieder einmal hatte ich einen neuen, etwas ungewöhnlichen Schlafplatz gefunden. Aber genau das gehört mittlerweile zu meinem Alltag auf der Reise: Es gibt fast immer irgendeine Lösung, man muss nur ein bisschen kreativ sein.

Da ich von den vergangenen Tagen noch gut gesättigt war, verzichtete ich am Abend auf das Kochen und aß lediglich meinen vorbereiteten Tortilla-Wrap sowie etwas Obst und Nüsse. Anschließend erledigte ich meine Abendroutine und verkroch mich in meinen warmen Schlafsack.

Ein weiterer abwechslungsreicher Radfahrtag zwischen gigantischen Mammutbäumen, einer erfolgreichen Fahrradreparatur und der täglichen Suche nach einem geeigneten Schlafplatz ging zu Ende.