Tag
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Von Vancouver nach Vancouver Island

Am heutigen Morgen hieß es für mich, Vancouver zu verlassen. Zunächst sortierte ich alle meine Sachen wieder an ihren gewohnten Platz in den Fahrradtaschen und gönnte mir ein großes Müsli zum Frühstück. Anschließend packte ich mein Fahrrad und brachte bei meinem Warmshowers-Host alles wieder an seinen ursprünglichen Platz. Ich räumte ein wenig auf und verwandelte die Schlafcouch zurück in eine Couch. Da meine Gastgeberin bereits bei der Arbeit war, konnte ich mich leider nicht persönlich von ihr verabschieden und mich für ihre Gastfreundschaft bedanken. Das holte ich jedoch selbstverständlich schriftlich nach.

Danach schwang ich mich aufs Fahrrad und fuhr 23 Kilometer entlang der Küste bis zur Horseshoe Bay. Dort kaufte ich mir ein Ticket für die Fähre, die bereits 15 Minuten später ablegte. Die Überfahrt dauerte ungefähr eine Stunde und bot wunderschöne Ausblicke auf das kanadische Festland, zahlreiche kleinere Inseln und das immer näher kommende Vancouver Island. Auch das Wetter spielte wieder hervorragend mit, sodass ich die gesamte Überfahrt in kurzen Sachen genießen konnte.

In Nanaimo angekommen, ging es für mich auf dem Highway 1 weiter in Richtung Süden. Ich hätte nicht erwartet, dass auf den Straßen so viel Verkehr herrscht. Tatsächlich hatte ich während meiner bisherigen Reise durch Nordamerika noch nirgends ein derart hohes Verkehrsaufkommen erlebt. Leider gab es kaum Ausweichmöglichkeiten, die nicht mit riesigen Umwegen verbunden gewesen wären. So musste ich mich mit dem Verkehr arrangieren und besonders aufmerksam fahren.

Die Landschaft auf Vancouver Island gefiel mir jedoch ausgesprochen gut. Sie wirkte mediterraner als die Gegenden, die ich bisher in Kanada durchquert hatte, und unterschied sich dadurch deutlich von den Landschaften des übrigen Landes. Die Kombination aus der Küste, der Vegetation und dem milden Wetter machte die Insel zu einem ganz besonderen Abschnitt meiner Reise.

In Mill Bay angekommen, wartete ich auf die nächste Fähre. Diesmal war es ein deutlich kleineres Schiff, das mich innerhalb von nur 15 Minuten von Mill Bay nach Brentwood Bay brachte. Von dort aus musste ich noch einen größeren Hügel erklimmen, bevor ich meine Lebensmittelvorräte auffüllen konnte.

Anschließend fuhr ich weiter zu meinem Schlafplatz am Elk Lake. Da ich am Vorabend und heute Morgen bereits reichlich gegessen hatte, war ich noch so satt, dass ich auf mein übliches Abendessen mit Nudeln verzichtete. Stattdessen gab es lediglich ein paar Nüsse und etwas Obst.

Nach meiner Abendroutine machte ich mich heute etwas früher bettfertig. Schließlich musste ich am nächsten Morgen zeitig aufstehen, um die Fähre nach Port Angeles in den USA zu erreichen. Damit lag ein weiterer Reisetag hinter mir, an dem ich nicht nur neue Landschaften entdeckt, sondern auch wieder ein Stück meines Weges auf dem nordamerikanischen Kontinent zurückgelegt hatte.