Tag
1

Mit den Kranichen Richtung Süden

Am heutigen Morgen ging es für mich, eingehüllt vom Nebel, aus meinem Zelt. Vom gestrigen Regen hatte nun die Sonne ein schwieriges Durchkommen, da das Wasser von den Tümpeln, an denen ich geschlafen hatte, verdunstete und auf der anderen Seite der Straße die Feuchtigkeit vom großen Fluss heraufstieg.

Da es immer noch relativ kalt war und es durch die Feuchtigkeit noch kälter wirkte, war ich ein bisschen langsamer dabei, meine Morgenroutine zu machen und etwas zu frühstücken.

Ich packte dann anschließend meine Sachen wieder zusammen und machte mich auf den Weg.

Am Anfang hatte ich noch meine ganzen Schichten und dicken Jacken an. Je höher ich die nächsten Hügel hinauffuhr, desto mehr kam die Sonne durch den Nebel, und dann wurde es auch schlagartig warm.

So zog ich dann meine Zwiebelschichten wieder Schicht für Schicht aus. Am Nachmittag konnte ich sogar schon wieder in kurzen Sachen fahren.

Das ist um diese Jahreszeit schon sehr krass, dass es morgens noch um die 0 °C sein kann und am Nachmittag auch gerne mal 15 °C oder wärmer wird.

Weiter ging es für mich durch die schöne Herbstlandschaft, entlang von großen Flussdeltapassagen und über viele Berge hoch und runter.

Da es nun klar war, konnte ich auch die großen Berge der Westküste erblicken. Die Berge waren sehr weiß, was eine schöne Kombination mit dem ganzen Herbstlaub der Birken hier war.

Besonders die großen Flussdeltas ließen erahnen, wie viele Wassermassen zur Schneeschmelze im Frühling hier wahrscheinlich durchkommen.

In Delta Junction angekommen, füllte ich wieder ein paar Essensreserven auf und füllte meine Benzinflasche.

Außerdem hörte ich plötzlich viele Kraniche über mir. Sie nutzten auch das gute Wetter, um weiterhin in wärmere Regionen zu ziehen.

So fuhr ich nach meinem kleinen Stopp in Delta Junction mit den Kranichen über mir weiter Richtung Süden. Es waren so viele Formationen, dass es bestimmt Tausende Kraniche waren.

Mich als Vogelenthusiasten hat das natürlich besonders fasziniert.

Plötzlich sah ich dann auch noch neben der Straße Chukarhühner. Sie kommen hier anscheinend auch vor, leben hier aber nicht ursprünglich, sondern wurden durch die Jagd aus Eurasien hierher importiert. Nun leben sie hier wild.

Die Farben entlang der Straßen mit den bunten Bäumen machen einfach sehr viel Spaß anzusehen.

Irgendwann stand die Sonne weiter tief und ich musste einen Schlafplatz suchen. Da ich meine Schlafplätze immer irgendwo an Flüssen suchen möchte, da ich dort mein Kochwasser bekomme und auch Wasser für den nächsten Morgen filtern kann, suchte ich den nächsten Fluss.

Schlussendlich fand ich den Tanana River.

Um hier in das Flussbett zu kommen, musste ich einen drei Kilometer langen Weg auf mich nehmen, durch Waldwege und viel Schlamm und Riesenpfützen, da es in den letzten Tagen geregnet hatte.

Irgendwann war ich jedoch unten am Flussbett angelangt. Da sah ich jedoch, dass hier ein Arm des Flusses entlangfloss.

Die Pick-ups können hier natürlich einfach durchfahren. Da ich jedoch nicht wusste, wie tief es ist, zog ich mir meine Schuhe aus und ging durch die Rinne auf die andere Seite.

Nachdem ich dann herausgefunden hatte, an welcher Stelle es am flachsten ist, nahm ich mir mein Fahrrad und ging vorsichtig durch das Wasser.

Das Wichtigste war mir, dass die Lager nicht unter Wasser kommen und somit durchgespült werden.

Im Flussbett baute ich dann mein Zelt an einer wunderschönen Stelle in einer atemberaubenden Kulisse auf. Ich musste mich jedoch beeilen, da die Sonne schon relativ tief stand und es dunkel wurde.

Ich kochte meine Nudeln, machte mein Stretching und badete mich.

Danach ging es für mich aus dem extrem kalten Wasser in die warme Kleidung und dann in den warmen Schlafsack