Durch Schnee und Sturm über den Atigun Pass
Am heutigen Morgen ging es für mich aus meinem Schlafsack, und draußen hatte es schon angefangen zu schneien. Ich war mittlerweile auf etwa 800 Metern Höhe und dementsprechend war es auch kalt.
Ich aß am Morgen einen Apfel, einen Riegel und ein paar Cookies. Danach baute ich mein Zelt ab und verstaute alles wieder in meinen Fahrradtaschen.
Vor allem war es sehr hart, wieder in meine leicht feuchten Regenklamotten steigen zu müssen. Das ist immer der unangenehmste Teil, wenn es so kalt ist. Es gehört aber zum Abenteuer dazu.
Dann ging es auch schon mit dem Fahrrad los. Es schneite bereits am Morgen, und ich packte mich sehr warm ein, aber gleichzeitig auch nicht zu warm, damit ich nicht unnötig schwitze und dadurch später friere.
So machte ich mir meinen Weg durch die Tundra immer weiter in Richtung Berge. Bei einer Baustelle bekam ich von einem Bauarbeiter noch eine Flasche Wasser und einen kleinen Cookie. Das aß ich direkt und fuhr danach weiter.
Mittlerweile war alles links und rechts von mir verschneit. Auf den Gravelwegen ist anscheinend eine spezielle Chemikalie aufgebracht, die es ermöglicht, dass die Straßen nicht so matschig werden und vor allem keine Glätte bekommen. Das ist anscheinend wichtig für die ganzen Trucks, die Lebensmittel und Diesel in den Norden bringen.
Die Camps im Norden werden nämlich mit großen Dieselgeneratoren betrieben, und die Menschen dort oben brauchen natürlich auch Essen und Trinken.
Nach etwa einem Kilometer hielt dann plötzlich auch ein Auto an. Ein pakistanisches Ehepaar, das schon länger in Amerika lebt und hier gerade mit seinem Auto unterwegs war, hielt direkt an und gab mir einen warmen Kaffee und einige Riegel.
Das war so nett, dass ich mich sehr herzlich bedankte und mich von ihnen verabschiedete.
So ging es dann für mich weiter in Richtung Atigun Pass. Je höher ich kam, desto mehr schneite es. Mittlerweile war alles links und rechts in den Bergen tief verschneit.
Die Wege waren zwar matschig, aber trotzdem noch einigermaßen zu befahren. Dadurch, dass ich die ganze Zeit bergauf fuhr, war es für mich auch dementsprechend relativ warm. Bei solchen Bedingungen sind die richtigen Zwiebelschichten und die passende Kleidung extrem wichtig.
Solche Situationen sind wirklich extrem und stellen alles auf die Probe.
Als ich dann schon auf über 1.000 Metern Höhe war, kam mir ein Expeditionsmobil entgegen, in dem zwei Chinesen saßen, die ebenfalls schon länger in den USA leben. Auch sie gaben mir Wasser und Schokolade. Sie waren sehr fasziniert von dem, was ich mache, und wünschten mir nur das Beste.
Dann kamen die letzten 300 Höhenmeter auf ungefähr eineinhalb Kilometern. Hier wurde es noch einmal sehr matschig und sehr steil. Mit bis zu 12 % Steigung ging es über die matschigen Wege nach oben, während es weiterhin immer heftiger schneite.
Zudem kam noch ein relativ starker Wind dazu, der mich zusätzlich bremste und natürlich die Kälte noch einmal stärker in meinen Körper brachte.
Kurz vor der Passhöhe bekam ich noch einmal von zwei Pick-ups Wasser. Danach machte ich mich weiter auf den Weg durch das verschneite Chaos auf der Passhöhe auf 1.440 Metern.
Auf der Passhöhe war alles weiß, und der Wind fegte hier ordentlich durch. So ging es für mich dann von der Passhöhe relativ schnell wieder bergab, um wieder in niedrigere Höhen zu kommen und ein bisschen bessere Bedingungen zu bekommen.
Dann ließ ich noch einmal meine Drohne steigen, um diese atemberaubende Abfahrt zu filmen. Das war wirklich eine der schönsten Abfahrten, die ich bisher in meinem ganzen Leben auf dem Fahrrad hatte.
Alles war weiß, und während der Abfahrt hörte der Schnee plötzlich auf. Es waren perfekte Bedingungen für ein tolles Abenteuer und eine solche Abfahrt. In dieser Situation wahrscheinlich allerdings eher nicht.
So fuhr ich den Pass hinunter und weiter über viele Hügel in tiefere Ebenen, immer wieder an vielen Flussläufen entlang.
Irgendwann war mir dann so kalt und ich war so nass, dass ich unbedingt einen Schlafplatz suchen musste. Das war gar nicht so einfach.
Schließlich baute ich meinen Schlafplatz direkt an einem Fluss auf. Da es noch leicht regnete, entschied ich mich, mich beim Zeltaufbau zu beeilen.
Danach kochte ich mir meine Nudeln und hing meine nassen Klamotten in meinem Zelt auf. Trocknen würden sie bei diesem Wetter wahrscheinlich sowieso nicht, aber ich hatte keine andere Möglichkeit, sie trocken zu bekommen. Durch ein bisschen Körperwärme, die im Zelt aufsteigt, würde es vielleicht zumindest ein wenig helfen.
Nachdem ich mein Abendessen gegessen hatte, ging ich in mein Zelt und fiel müde in meinen Schlafsack.














