Tag
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Zwischen Fahrradreparatur, Geschichte und einem magischen Sonnenuntergang auf Miyajima

Am heutigen Morgen ließ ich es etwas ruhiger angehen und schlief erst einmal aus. Nach dem Frühstück wollte ich eigentlich nur mein Fahrrad putzen, doch dabei entdeckte ich mit großem Ärger, dass schon wieder eine Speiche am Hinterrad gerissen war. Erst in Taiwan war mir eine Speiche gerissen, und nun hatte ich nach dem Einbau des neuen Hinterrads bereits das zweite größere Problem damit. Das war natürlich ziemlich frustrierend.

Also packte ich meinen Rucksack, machte mich auf den Weg zu einem Fahrradladen und ließ mein Fahrrad dort überprüfen. Leider konnte die Reparatur nicht noch am selben Tag durchgeführt werden, sondern erst am nächsten. Mir blieb also nichts anderes übrig, als mein Fahrrad dortzulassen. Ich entschied mich schließlich dafür, das Hinterrad komplett neu einspeichen zu lassen und sämtliche Speichen zu ersetzen. Hoffentlich sollte damit nun für längere Zeit Ruhe sein. Für die Zukunft weiß ich jedenfalls, dass ich noch genauer auf eine gleichmäßige Speichenspannung achten und die Speichen regelmäßig kontrollieren und nachspannen muss.

Da ich nun ohnehin ohne Fahrrad unterwegs war, nutzte ich den Tag, um mich mit einem der wohl prägendsten Kapitel der japanischen Geschichte auseinanderzusetzen: dem Atombombenabwurf auf Hiroshima.

Ich besuchte die verschiedenen Denkmäler und Gedenkstätten und informierte mich ausführlich über die Ereignisse. Anschließend ging ich auch in das Hiroshima Peace Memorial Museum. Der Besuch war sehr bewegend und definitiv nichts für schwache Nerven. Das Museum zeigt sehr eindrücklich das Leid der Menschen, die unzähligen Todesopfer und die persönlichen Schicksale, die mit dem Atombombenabwurf verbunden waren.

Auch wenn die Ausstellung teilweise schwer zu ertragen war, halte ich es für unglaublich wichtig, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen. Nur wenn wir verstehen, was damals passiert ist und welche Folgen ein solcher Angriff für die Menschen hatte, können wir hoffentlich dafür sorgen, dass sich so etwas niemals wiederholt – weder in Japan noch irgendwo sonst auf der Welt.

Nach diesem sehr nachdenklichen und emotionalen Teil des Tages holte ich mir bei einem 7-Eleven noch etwas zu essen und stärkte mich. Anschließend fuhr ich mit der Bahn weiter zu einer kleineren Fähre, die mich auf die Insel Miyajima brachte.

Dort angekommen, änderte sich die Stimmung des Tages noch einmal komplett. Ich schlenderte entlang der Strandpromenade, genoss die Ruhe und beobachtete, wie langsam die Sonne unterging. Besonders beeindruckend war das große Tor, das direkt im Wasser vor der Insel steht und zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Japans gehört.

Zwischendurch begegneten mir immer wieder die für Miyajima berühmten freilaufenden Hirsche. Sie bewegten sich völlig selbstverständlich zwischen den Menschen und verliehen der Insel eine ganz besondere Atmosphäre.

Als die Sonne schließlich untergegangen war und die Insel langsam ruhiger wurde, nahm ich die Fähre zurück aufs Festland. Von dort ging es mit dem Zug wieder zurück zu meinem Hostel.

Nach diesem abwechslungsreichen Tag zwischen Fahrradproblemen, einer sehr bewegenden Auseinandersetzung mit der Geschichte Hiroshimas und einem wunderschönen Abend auf Miyajima fiel ich schließlich müde ins Bett.