Die ersten Kilometer in Japan
Am heutigen Morgen wurde ich durch die Lautsprecher der Fähre geweckt. Ich zog mich an und ging an Deck, wo ich bereits sehen konnte, dass wir den Hafen von Japan erreicht hatten. Nach ein paar weiteren Minuten öffneten sich die Klappen der Fähre, und wir konnten das Schiff verlassen.
Anschließend ging es zunächst in einer endlos wirkenden Schlange zur Passkontrolle. Nachdem auch die Einreise erledigt war, zog ich meine Fahrradsachen an und machte mich auf meine ersten Kilometer in Japan.
Schon die ersten Kilometer waren etwas gewöhnungsbedürftig. Es herrschte relativ viel Verkehr mit Autos und Lastwagen, und zusätzlich musste ich mich wieder an den Linksverkehr gewöhnen. Noch bevor ich aus Fukuoka herauskam, wartete bereits der erste größere Anstieg auf mich. Über 250 Höhenmeter ging es hinauf, bevor ich durch einen langen Tunnel fahren musste. Dieser war für mich ziemlich unangenehm, da es weder einen Seitenstreifen noch einen separaten Fahrradstreifen gab und die Autos und Lastwagen relativ dicht an mir vorbeifuhren.
Auch danach wechselten sich stärker befahrene Straßen mit ruhigeren Abschnitten ab. Was mich allerdings ziemlich enttäuschte, war die Fahrradinfrastruktur. Nachdem ich in Südkorea über viele hervorragend ausgebaute Fahrradwege gefahren war, hatte ich erwartet, dass auch Japan ähnlich fahrradfreundlich sein würde. Stattdessen gab es bisher kaum richtige Fahrradwege, und ich musste mich häufig den Straßen mit dem motorisierten Verkehr teilen.
Mittags machte ich bei einem 7-Eleven Halt. Dort konnte ich mir relativ günstig ein Fertiggericht kaufen und mich für die weitere Strecke stärken. Danach ging es weiter durch eine typisch japanische Landschaft mit Reisfeldern, Flüssen und Bergen. Das bewölkte Wetter machte das Radfahren heute immerhin deutlich angenehmer als die große Hitze der vergangenen Tage in Südkorea.
Kilometer für Kilometer ging es weiter über kleinere und größere Anstiege, vorbei an Reisfeldern und immer wieder über stärker befahrene Straßen. Auch wenn die fehlende Fahrradinfrastruktur teilweise anstrengend und nervig war, genoss ich es trotzdem, nun endlich mit meinem Fahrrad in einem weiteren neuen Land unterwegs zu sein.
Nach insgesamt 123 Kilometern erreichte ich am Abend ein kleines Dorf und fand dort an einem Fluss einen geeigneten Platz für mein Zelt. Nach der langen Fahrt sprang ich erst einmal ins Wasser und wusch mich, bevor ich meinen Benzinkocher auspackte und mir meine Nudeln zum Abendessen kochte.
Während die Sonne langsam unterging, saß ich am Fluss und aß mein Abendessen. Danach erledigte ich im Dunkeln noch meine Abendroutine, bevor ich mich schließlich in mein Zelt legte.
Mein erstes Abenteuer auf japanischen Straßen war damit nach 123 Kilometern beendet.







