Letzter Fahrradtag in Indonesien
Am heutigen Morgen ging es früh los. Ich packte ein letztes Mal meine Sachen in der Unterkunft zusammen und machte mich auf den letzten Fahrradtag in Indonesien. Stück für Stück fuhr ich meinem Ziel, Jakarta, entgegen.
Zu Beginn fand ich glücklicherweise eine Alternativroute, sodass ich die stark befahrene Hauptstraße zunächst umgehen konnte. So führte mich der Weg vorbei an Reisfeldern, kleinen Dörfern und zahlreichen wunderschönen Moscheen. In den Dörfern herrschte bereits reges Treiben. Die Menschen gingen ihrer Arbeit nach, bestellten die Felder oder handelten auf den kleinen Märkten mit ihren Produkten. Es war schön, Indonesien zum Abschluss noch einmal von dieser ruhigeren Seite erleben zu dürfen.
Als ich schließlich wieder auf die Hauptstraße wechselte, nahm der Verkehr schlagartig zu. Motorräder, Autos und schwere Lastwagen drängten sich auf den Straßen in Richtung Jakarta. Während einer kurzen Pause buchte ich bereits meine Unterkunft am Stadtrand. Ich wollte bewusst vermeiden, direkt bis ins Zentrum zu fahren und mich in das komplette Verkehrschaos zu stürzen. So konnte ich den letzten Abschnitt entspannter angehen.
Gegen Mittag erreichte ich mein Hotel, checkte ein und genoss erst einmal eine erfrischende Dusche, die den Ruß und Staub des Tages von meiner Haut wusch. Anschließend brachte ich meine Kleidung in eine Wäscherei, damit sie für meinen Weiterflug nach Taiwan wieder sauber war.
Bereits im Vorfeld hatte ich Kontakt zu einem Fahrradladen aufgenommen, der mir freundlicherweise einen Fahrradkarton für den Flug zurückgelegt hatte. Genau deshalb hatte ich auch diese Unterkunft gewählt – der Laden lag nur wenige hundert Meter entfernt.
Dort angekommen warteten bereits der Karton, Polstermaterial und sogar Werkzeug auf mich. Da ich inzwischen schon einiges an Erfahrung mit dem Verpacken meines Fahrrads für Flugreisen gesammelt hatte, ging die Arbeit routiniert von der Hand. Stück für Stück baute ich das Fahrrad auseinander, passte den Karton noch etwas an, damit ich möglichst wenig demontieren musste, und verstaute schließlich alles sicher und gut gepolstert. Zum Schluss verschloss ich den Karton sorgfältig mit Klebeband. Nun war mein Fahrrad bereit für den Flug nach Taiwan.
Da mir am Nachmittag noch etwas Zeit blieb, entschied ich mich, zum Sonnenuntergang noch einmal ins Zentrum von Jakarta zu fahren. Mit dem Taxi dauerte die Fahrt rund 45 Minuten – bei einer Metropolregion mit über 40 Millionen Einwohnern ist das kaum verwunderlich.
Am Abend schlenderte ich durch die belebten Street-Food-Straßen und ließ die Atmosphäre der Millionenstadt auf mich wirken. Schließlich zog es mich jedoch in ein italienisches Restaurant. Nach den vielen asiatischen Gerichten der vergangenen Wochen hatte ich große Lust auf etwas Europäisches. So gönnte ich mir eine leckere Pizza mit Pommes und ließ den Abend entspannt ausklingen.
Zurück zur Unterkunft ging es ganz typisch für Indonesien mit einem Motorradtaxi. Da es bereits nach 21 Uhr war, hatte der Verkehr deutlich nachgelassen, sodass ich schnell wieder im Hotel ankam. Müde fiel ich ins Bett – bereit für das nächste Kapitel meiner Weltreise.








