Durch das endlose Java
Am heutigen Morgen klingelte mein Wecker bereits um 5:00 Uhr. Zum Frühstück gab es – wie so oft – Instantnudeln und Kekse. Anschließend packte ich meine Sachen zusammen und verließ die Unterkunft. Ich war gespannt, ob das neue Hinterrad nun zuverlässig funktionieren würde.
Die Temperaturen waren am frühen Morgen noch angenehm – einer der Gründe, warum ich meist so zeitig starte. So kann ich die größte Hitze des Tages möglichst lange vermeiden. Es ging wieder hinaus auf die Hauptstraße, mitten hinein in das dichte Verkehrschaos aus Lkw, Autos und unzähligen Motorrollern.
Vorbei an zahlreichen Moscheen tauchte ich erneut in das Leben auf Java ein. Die Dörfer gingen nahezu nahtlos ineinander über und schienen kein Ende zu nehmen. Besonders auffällig war die enorme Anzahl kleiner Kioske. So viele hatte ich zuvor noch nie an einem Ort gesehen. Hinzu kamen die Supermarktketten Alfamart und Indomaret, die gefühlt an jeder Ecke vertreten waren. Dadurch musste ich meine Pausen kaum planen – oft reichte es, mir vorzunehmen, noch einen Kilometer weiterzufahren, und schon fand ich einen Supermarkt oder eine kleine Garküche.
Da das Gelände heute überwiegend flach war, kam ich mit meinem Singlespeed-Fahrrad gut voran. Nach rund 100 Kilometern legte ich eine Mittagspause ein und stärkte mich mit einer großen Portion Reis, Eiern und Tempeh – einer proteinreichen Spezialität aus fermentierten Sojabohnen.
Nach etwa 45 Minuten ging es weiter. Inzwischen war es deutlich wärmer geworden, doch eine leichte Bewölkung sorgte dafür, dass die Sonne nicht ununterbrochen auf mich herunterbrannte. So fuhr ich weitere 52 Kilometer über die Straßen Javas.
Plötzlich geriet ich in eine riesige Rauchwolke. Irgendwo wurde wieder etwas verbrannt – und genau das scheint hier zum Alltag zu gehören. Mal wird Müll verbrannt, mal werden Felder abgefackelt, dazu kommen Grillfeuer und viele weitere Rauchquellen. Die Luftqualität leidet darunter enorm.
Schließlich erreichte ich nach einem langen Tag die Stadt Kertosono und bezog dort eine Unterkunft. Erst im Licht meines Zimmers bemerkte ich, wie viel Feinstaub und Ruß sich auf meiner Haut abgesetzt hatten. Ehrlich gesagt war ich schockiert. So stark verschmutzt war ich auf dieser Reise bisher kaum gewesen. Unweigerlich fragte ich mich, wie viel von diesem Feinstaub wohl auch in meiner Lunge gelandet war. Abgasfilter an Lkw, Bussen oder Motorrollern sind hier praktisch nicht vorhanden – alles gelangt ungefiltert in die Luft. Auch die Flüsse wirken stark verschmutzt, und der vielerorts herumliegende Müll nimmt der eigentlich wunderschönen Landschaft leider einen Teil ihrer Schönheit.
Nachdem ich mein Gepäck im Zimmer verstaut hatte, machte ich mich noch einmal auf den Weg. An einem mobilen Straßenstand bestellte ich mir eine große Portion Reis mit drei Eiern. Für weniger als einen Euro bekam ich eine erstaunlich große und dazu noch sehr leckere Mahlzeit.
Mit dem Blick auf einen dramatischen Sonnenuntergang lief ich anschließend zurück zu meiner Unterkunft. Dort schnitt ich die Kurzvideos der vergangenen Tage, brachte meine Komoot-Collection meiner Fahrradweltreise wieder auf den neuesten Stand und schrieb den heutigen Tagebucheintrag. Müde, aber zufrieden, fiel ich schließlich ins Bett.







