Tag
1

Zwischen Müllbergen und Affen auf Sumbawa

Am heutigen Morgen wachte ich wieder früh auf. Zum Frühstück gab es leckeren Reis mit Gemüse und Ei – eine gute Grundlage für den ersten Radtag auf der indonesischen Insel Sumbawa.

Leider erwartete mich direkt die erste Überraschung: Mein Hinterreifen war erneut leicht platt. Da ich überhaupt keine Lust hatte, den Schlauch schon wieder zu wechseln und den Fehler vom Vortag zu suchen, pumpte ich den Reifen lediglich auf und hoffte, dass die Luft zumindest für den heutigen Tag reichen würde.

So machte ich mich mit meinem voll bepackten Fahrrad auf den Weg. Gleich zu Beginn führte die Strecke über zahlreiche Hügel. Obwohl die Insel insgesamt eher flach ist, sorgen die vielen kurzen Anstiege für einige Höhenmeter. Zusammen mit der tropischen Hitze brachte mich das schnell ins Schwitzen.

Was mich jedoch viel mehr beschäftigte, war etwas anderes: Überall lag unglaublich viel Müll. Besonders außerhalb der Ortschaften häuften sich entlang der Straßen und an den Berghängen große Müllansammlungen. Zwischen diesen Müllbergen suchten zahlreiche Affen nach Futter. Es war ein trauriger Anblick. Immer wieder sah ich auch Affenmütter mit ihren Jungen, die verzweifelt in den Abfällen nach Essbarem suchten. Diese Bilder gingen mir sehr nahe.

Außerdem war Sumbawa deutlich dichter besiedelt als die vorherige Insel. Dadurch führte die Strecke fast ständig durch kleine Ortschaften, in denen das Leben direkt an der Straße stattfand.

Da ich für die Nacht unbedingt eine Unterkunft haben wollte, fuhr ich noch einige Kilometer weiter als ursprünglich geplant. Schließlich erreichte ich Manggelewa. Weil gerade Freitagabend war, gestaltete sich die Suche nach einer Unterkunft schwieriger als gedacht. Erst nach fünf erfolglosen Anfragen fand ich schließlich ein freies Zimmer, in dem ich mich ausruhen konnte.

Nach dem Einchecken machte ich mich hungrig auf den Weg zu einem kleinen Imbiss. Doch schon auf den wenigen Metern dorthin verschlug es mir fast den Appetit. Entlang der Straße lagen Müll, Fäkalien und sogar Tierkadaver. Der beißende Geruch war kaum auszuhalten.

Trotzdem aß ich mein Abendessen zügig, denn nach diesem anstrengenden und zugleich nachdenklich stimmenden Tag brauchte ich dringend neue Energie. Anschließend ging es direkt zurück in die Unterkunft, wo ich erschöpft ins Bett fiel.