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Die letzte Etappe nach Labuan Bajo

Am heutigen Morgen ging es für mich wieder früh los. Die Anstrengungen der über 2.300 Höhenmeter vom Vortag steckten mir noch deutlich in den Beinen, und ich merkte, dass ich dringend wieder ein paar Pausentage brauchte.

Bis zur letzten größeren Stadt auf Flores, Labuan Bajo, waren es zwar nur noch rund 60 Kilometer, doch auf dieser Strecke warteten noch einmal etwa 1.400 Höhenmeter auf mich.

Schon bald stand der nächste große Anstieg bevor. Er war so steil, dass er mir die letzten Kraftreserven raubte. Durchschnittlich 12 Prozent Steigung, stellenweise sogar bis zu 15 Prozent – solche Berge kosten unglaublich viel Energie. Rund 800 Höhenmeter ging es nahezu am Stück bergauf, bis ich schließlich auf über 1.000 Metern Höhe angekommen war.

Oben angekommen war ich von der enormen Belastung völlig erschöpft und mir wurde sogar etwas schwindelig. Nach einer kurzen Abfahrt machte ich deshalb bei einem kleinen Aussichtspunkt Pause. Mit Blick auf die weite Ebene und das Meer setzte ich mich auf einen Stuhl, trank mehrere Softdrinks und aß ein paar Kekse, um meine Energiereserven wieder aufzufüllen.

Dort kam ich auch mit einem Spanier ins Gespräch, der Indonesien gerade mit einem Motorroller bereiste. Das Erste, was er zu mir sagte, war: „Du bist wirklich verrückt, diese Anstiege mit dem Fahrrad hochzufahren.“ Ich musste lachen und konnte ihm nur zustimmen. Die Berge auf Flores gehören definitiv zu den härtesten, die ich bisher gefahren bin.

Die letzten 30 Kilometer verliefen mit nur noch etwa 200 Höhenmetern deutlich angenehmer. Am Nachmittag erreichte ich schließlich Labuan Bajo und damit das Ende meiner Fahrt über die Insel Flores.

Dort checkte ich zunächst in ein schönes Homestay ein, brachte meine Kleidung zur Reinigung, kaufte im Supermarkt ein und gönnte mir erst einmal etwas Ruhe.

Anschließend telefonierte ich mit Max von Radelmal, denn an meinem Hinterrad hatte sich Spiel bemerkbar gemacht. Die Ursache lag offenbar an der Rohloff-Nabe. Da diese ein Spezialbauteil und das Herzstück meines Antriebs ist, machte mir das natürlich Sorgen. Weil es auf Flores und auch in den nächsten Ländern kaum Möglichkeiten gibt, eine Reparatur durchführen zu lassen, begannen wir gemeinsam zu überlegen, wie wir möglichst schnell eine neue, bereits eingespeichte Rohloff-Nabe beziehungsweise ein neues Laufrad in eines meiner nächsten Reiseländer schicken lassen können. Dafür musste ich zunächst noch das weitere Vorgehen direkt mit Rohloff abstimmen.

Es bleibt also spannend. Auf einer solchen Weltreise gibt es immer wieder neue Herausforderungen, die organisiert und gelöst werden müssen. Langweilig wird es jedenfalls nie. Immerhin erfüllte meine Felgenschutzfolie weiterhin ihren Zweck und schützte die beschädigte Felge zuverlässig davor, den Reifen weiter einzuschneiden. Dieses Problem war damit zumindest vorübergehend entschärft.

Am Abend traf ich mich noch einmal mit dem Spanier zum Essen. Wir unterhielten uns lange über das Reisen, unsere Erlebnisse und das Leben im Allgemeinen. Danach fiel ich müde, aber glücklich ins Bett – froh darüber, die letzte Etappe über Flores geschafft zu haben.