Durch die Hitze Richtung Norden
Heute Morgen ging es für mich früh aus dem Hostel, denn meine Reise mit dem Fahrrad Richtung Cairns sollte weitergehen. Ich packte alle Sachen wieder ordentlich in die Fahrradtaschen, frühstückte kurz und machte mich auf den Weg.
Rund um Airlie Beach war trotz des frühen Sonntagmorgens noch einiges an Touristenverkehr unterwegs. Sobald ich jedoch wieder auf dem Highway war, wurde es deutlich ruhiger. Besonders angenehm war, dass deutlich weniger LKWs unterwegs waren als an normalen Werktagen.
Die Landschaft wirkte sehr weitläufig, fast savannenartig – flach, trocken und von der starken Sonne geprägt. Ich kam zunächst gut voran und erreichte nach knapp 80 Kilometern den Ort Bowen, wo ich meine erste größere Mittagspause an einem IGA-Supermarkt machte. Eigentlich hatte ich gehofft, bei Woolworths einzukaufen, doch einige Supermärkte hier im Norden Queenslands haben sonntags geschlossen. Dadurch wurde der Einkauf etwas teurer als geplant, aber ich brauchte dringend neue Lebensmittel, da meine Vorräte fast komplett aufgebraucht waren.
So saß ich schließlich im Schatten vor dem Supermarkt auf einer Bank, aß etwas und versuchte mich ein wenig von der Hitze zu erholen.
Nach etwa 45 Minuten ging es wieder hinaus auf die Straße – zurück in die Sonne und die scheinbar endlosen Weiten der trockenen Landschaft. Kurz darauf entdeckte ich ein Schild, das vor Emus in der Region warnte. Ich hoffe sehr, in den nächsten Tagen tatsächlich welche zu sehen. Das wäre definitiv ein Highlight.
Ansonsten passierte auf den weiteren Kilometern nicht allzu viel. Die Landschaft blieb relativ gleichförmig, die Temperaturen stiegen immer weiter an und die Sonne brannte unerbittlich herunter. In der Mittagshitze fuhr ich bei ungefähr 28 Grad, und ich merkte deutlich, dass mein Körper sich erst wieder an diese warmen Bedingungen gewöhnen musste. Meine Herzfrequenz war höher als sonst. Diesen Anpassungsprozess kenne ich allerdings bereits von früheren Reisen durch heiße Regionen.
Nach rund 130 Kilometern wollte ich an einer Tankstelle meine Wasserflaschen auffüllen. Dort wurde mir jedoch gesagt, dass es kein kostenloses Wasser gäbe und ich stattdessen völlig überteuertes Wasser für sechs Dollar kaufen müsse. Das wollte ich nicht einsehen und fuhr weitere 17 Kilometer bis zum nächsten kleinen Ort.
Dort hatte allerdings auch das einzige Restaurant bereits geschlossen. Gerade als ich überlegte, wie ich nun an Wasser kommen sollte, hielt plötzlich ein Caravan neben mir an. Ich nutzte die Gelegenheit und fragte die Besitzer freundlich, ob sie etwas Wasser für mich hätten. Eine nette Australierin füllte mir daraufhin aus dem großen Wassertank ihres Campers alle meine Flaschen auf. Darüber war ich wirklich sehr dankbar.
Mit ausreichend Wasser ging es anschließend noch ungefähr eine weitere Stunde weiter, bis die Sonne langsam tiefer stand. Schließlich fand ich einen geschützten Platz zwischen Bahnlinie und Straße hinter einer Hecke, wo ich mein Zelt aufbaute. Solche versteckten Schlafplätze sind für mich immer auch ein Sicherheitsaspekt – ich möchte nachts nicht direkt sichtbar an der Straße liegen.
Nachdem ich mein Abendessen gekocht hatte, machte ich wie gewohnt meine Abendroutine, schnitt noch mein tägliches Kurzvideo und schrieb mein Tagebuch. Danach fiel ich müde ins Bett.






