Von Regen, Küste und Hochhäusern bis zur Gastfreundschaft an der Gold Coast
Die Nacht war sehr regnerisch, daher war ich froh, unter einer Brücke einen trockenen und geschützten Schlafplatz gefunden zu haben. Am Morgen warteten allerdings sofort wieder die Moskitos auf mich, kaum dass ich das Zelt verließ. Also zog ich mich so gut es ging komplett an, beschleunigte Frühstück und Abbau und machte mich schnell startklar.
Um nicht völlig schutzlos in der Feuchtigkeit und im Mückengebiet unterwegs zu sein, trug ich zunächst meine langen Regensachen. Erst einige Kilometer später konnte ich sie an einer Tankstelle wieder ausziehen. Dort füllte ich meine Wasservorräte auf und cremte mich mit Sonnencreme ein – bereit für den nächsten Abschnitt entlang der Küste.
Die Fahrt führte mich zunächst von Ballina über kleinere Straßen Richtung Byron Bay. Von dort ging es weiter auf den Highway. Je näher ich der Grenze zu Queensland kam, desto stärker nahm der Verkehr zu und desto dichter wurden die Ortschaften. Für das Radfahren war das alles andere als angenehm: kaum Radwege, oft nur schmale Fußwege, lange Ampelphasen und teilweise sehr rücksichtsloser Autoverkehr.
In Tweed Heads wechselte die Landschaft bereits spürbar – und wenig später sah ich schon die Skyline der Gold Coast mit ihren unzähligen Hochhäusern. Auf gut ausgebauten Radwegen entlang der Küste fuhr ich weiter durch Orte wie Palm Beach. Der Kontrast war surreal: auf der einen Seite endlose Strände und Ozean, auf der anderen Seite eine dichte Wand aus Wolkenkratzern direkt am Meer.
Da es in dieser Region kaum Möglichkeiten für Wildcamping gibt, suchte ich frühzeitig nach einer Unterkunft. Etwa 30 Minuten bevor ich selbst einen Schlafplatz organisieren wollte, bekam ich glücklicherweise noch eine Zusage über Warmshowers. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen, bekam eine warme Dusche, ein eigenes Zimmer mit einem bequemen Bett und am Abend ein gemeinsames Essen mit der Familie.
Nach einem langen und intensiven Tag zwischen Regen, Großstadtverkehr und Küstenpanoramen fiel ich schließlich dankbar ins Bett.







