Tag
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Zwischen Alltag, Geschichte und Vorbereitung auf neue Abenteuer

Am Morgen schlief ich erst einmal aus. Meine Erkältung war zwar schon deutlich besser geworden, aber noch nicht ganz verschwunden. Der Tag stand ganz im Zeichen von Erledigungen, die in den letzten Tagen liegen geblieben waren.

Nach dem Frühstück machte ich mich mit dem Fahrrad zunächst auf den Weg zur Post. Seit einiger Zeit trug ich noch Postkarten aus Neuseeland mit mir herum, die ich bisher nicht abgeschickt hatte. Nun schickte ich sie endlich los – mit einem kleinen Umweg, sodass sie über Kontakte in Neuseeland korrekt zugestellt werden konnten.

Anschließend ging es zu einer Schneiderei. Meine Radhose und meine Radkappe hatten durch die intensive Nutzung einige offene Nähte, die dringend repariert werden mussten. Nach der Abgabe konnte ich mich wieder meinem Fahrrad widmen und startete zu einer Runde um den Lake Burley Griffin. Der künstlich angelegte See bietet hervorragende Radwege, immer wieder unterbrochen von kleinen Rastplätzen, Wasserstellen und schönen Ausblicken.

Ein Abstecher führte mich hinauf auf den Dairy Farmers Hill. Oben angekommen legte ich mich auf eine Bank, genoss die Aussicht und gönnte mir eine kurze Pause.

Danach ging es kulturell weiter: Im National Museum of Australia tauchte ich tief in die Geschichte des Landes ein – von der Entstehung Australiens über die Kultur der Aborigines bis hin zur Kolonialisierung und den verschiedenen Konflikten. Ein wirklich beeindruckender Ort, der viele Perspektiven beleuchtet.

Im Anschluss besuchte ich noch das Australian War Memorial. Dort wurde insbesondere die Rolle Australiens in internationalen Konflikten thematisiert, darunter auch militärische Einsätze in der Türkei, Südostasien und Europa. Die Ausstellungen waren umfangreich und regten zum Nachdenken an.

Am späten Nachmittag führte mich mein Weg noch bei einem Fahrradladen vorbei. Dort konnte ich etwas Nagellack organisieren, um kleine Lackschäden an meinem Rahmen auszubessern – eine einfache, aber effektive Methode, um Rostbildung vorzubeugen, besonders nach vielen Kilometern entlang salzhaltiger Meeresluft. Außerdem fand ich dort exakt die passende Ersatzkette für mein Fahrrad, die ich direkt kaufte.

Im Laden kam ich mit einem Franzosen ins Gespräch, der seit acht Jahren in Australien lebt und sich dort ein neues Leben aufgebaut hat. Solche Begegnungen sind immer wieder inspirierend und zeigen, wie unterschiedlich Lebenswege verlaufen können.

Am Abend traf ich meine Warmshowers-Gastgeberin zufällig vor dem Haus. Sie war gerade mit ihrem Nachbarn auf dem Weg ins Agostinis und lud mich kurzerhand ein, mitzukommen. Dieses Angebot nahm ich gerne an.

Bei einem Getränk und einer geteilten Platte aus Pizza und Pommes kamen wir ins Gespräch. Besonders beeindruckend war die Lebensgeschichte des 91-jährigen Nachbarn: Geboren in England, aufgewachsen teilweise in Sri Lanka und Australien, später durch seinen Beruf in Ländern wie Malaysia, Indien, den Philippinen und Neuseeland tätig – ein Leben voller internationaler Erfahrungen, lange bevor „Weltreisen“ zum Trend wurden.

Zurück in meiner Unterkunft kümmerte ich mich noch um kleinere Reparaturen an meiner Kleidung und holte meine Sachen aus der Schneiderei ab – alles war perfekt erledigt. Zum Abschluss ging ich noch einkaufen, um mich für die kommenden Tage zu versorgen, denn die nächste Etappe würde mich wieder durch abgelegenere Regionen der australischen Alpen führen.

Mit vielen Eindrücken, erledigten Aufgaben und neuer Motivation ging ich schließlich zufrieden ins Bett.