Tag
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Durch das Hochland – Regen, Weite und ein Abend am Lagerfeuer

Am Morgen startete ich vom kleinen, gemütlichen Bungalow direkt in einen langen und anspruchsvollen Anstieg. Von etwa 400 Metern ging es hinauf auf rund 830 Meter – ein echter Kraftakt gleich zu Beginn des Tages. Während des Aufstiegs zog sich der Himmel immer weiter zu, und bald setzte erneut Regen ein. Also hieß es wieder: Regenkleidung an und weiterkämpfen.

Trotz der dichten Wolken und der Kälte hatte die Landschaft etwas Magisches. Die unzähligen Hügel, die sich in die Ferne erstreckten, und die mystische Stimmung durch Nebel und Regen machten diesen Abschnitt besonders eindrucksvoll.

Nach der Höhe folgte eine längere Abfahrt, doch wie so oft blieb es nicht dabei – es ging weiter über zahlreiche Hügel, stetig auf und ab. Schließlich erreichte ich Derwent Bridge, wo sich die Gegend rund um den Lake St Clair und den Lake King William erstreckt.

Dort hatte ich endlich wieder Internetempfang und nutzte die Gelegenheit, meine weitere Route zu überprüfen und das Wetter zu checken. Die gute Nachricht: Der Regen sollte vorerst nachlassen. Also konnte ich meine Regensachen wieder verstauen und in kurzer Kleidung weiterfahren.

Kurz darauf erreichte ich eine deutlich stärker befahrene Straße, die als wichtige Nord-Süd-Verbindung zwischen Devonport und Hobart dient. Entsprechend nahm der Verkehr spürbar zu.

Nach einigen weiteren Kilometern kam ich in Ouse an – der erste Ort nach der langen, abgeschiedenen Strecke durch die Natur. Dort gönnte ich mir zur Belohnung ein Eis und eine Powerade. Anschließend kaufte ich noch Proviant für den Abend und den nächsten halben Tag ein.

Danach ging es noch etwa 10 Kilometer weiter bis zum Lake Meadowbank. Dort gibt es einen kostenlosen Campingplatz mit Frischwasser und Toiletten – genau das, was ich nach diesem Tag brauchte.

Kaum hatte ich begonnen, mein Zelt aufzubauen, kam ein anderer Camper auf mich zu und schenkte mir drei Äpfel und ein Bier – eine unerwartete und sehr nette Geste. Später lud er mich noch an sein Lagerfeuer ein. Nach einer kurzen Erfrischung im See nahm ich die Einladung gerne an.

Am Feuer kochte ich meine Nudeln, bekam zusätzlich Nüsse angeboten und wir unterhielten uns eine ganze Weile. Es war ein entspannter, geselliger Abend. Irgendwann wurde die Stimmung bei ihm etwas ausgelassener – nach ein paar Bier und einem Joint zog ich mich schließlich zurück.

Zurück an meinem Zelt machte ich meine Abendroutine und fiel müde, aber zufrieden in den Schlaf.