Finale in Auckland – 3.300 Kilometer durch Neuseeland
Am Morgen wachte ich ausgeschlafen in einem gemütlichen Bett auf, während die Morgensonne durch das Fenster schien. Ich bereitete mir mein Frühstück aus Müsli mit Obst sowie Brot mit Erdnussbutter zu. Anschließend verabschiedete ich mich herzlich von Greg und Susan. Die Zeit bei ihnen war etwas ganz Besonderes und zeigte mir erneut, dass es sich lohnt, offen auf Menschen zuzugehen – manchmal entstehen genau daraus die schönsten Begegnungen.
Kurz nachdem die Sonne aufgegangen war, zog dichter Nebel vom Lake Waikare herauf und hüllte das Haus vollständig ein. Die Landschaft wirkte dadurch fast mystisch. Ich packte mein noch leicht feuchtes Zelt zusammen und machte mich auf den Weg in Richtung Norden – mein letzter Tag auf dem Fahrrad in Neuseeland.
Zunächst fuhr ich durch dichten Nebel, doch je weiter ich mich vom See entfernte, desto mehr klarte es auf. Es folgte eine wunderschöne, grüne und hügelige Landschaft. Sobald die Sonne wieder durchkam, wurde sie schnell sehr intensiv. Besonders in Neuseeland ist die UV-Strahlung durch die dünnere Ozonschicht stärker, weshalb ich mich regelmäßig mit Sonnencreme schützte.
Mit zunehmender Strecke merkte ich, dass mein Körper von den letzten Tagen erschöpft war. Die vielen Hügel forderten ihren Tribut. Unterwegs kam ich an Weiden mit Schafen und Kühen vorbei und sah immer wieder Eisvogel, die an den Feuchtgebieten auf Beute lauerten.
Etwa auf halber Strecke legte ich an einem kleinen Kiosk eine Pause ein, füllte meine Getränke auf und gönnte mir eine Fanta sowie eine Powerade, um neue Energie zu tanken. Danach ging es weiter über die gewohnten Hügel – eine bewusste Entscheidung, da ich die stark befahrenen Hauptstraßen vermeiden wollte.
Irgendwann erreichte ich schließlich die ersten Vororte von Auckland. Der Verkehr nahm deutlich zu, und die Fahrradinfrastruktur war zunächst kaum vorhanden. Erst etwa 10 Kilometer vor dem Stadtzentrum wurde es besser: gut ausgebaute Radwege, Holzstege und klar markierte Strecken erleichterten die letzten Kilometer erheblich.
Nach rund 110 Kilometern erreichte ich schließlich das Zentrum am Viaduct Harbour. Dort genoss ich den Blick auf das Wasser und die Skyline – ein besonderer Moment nach dieser langen Reise.
Etwa 30 Minuten später nahm ich die Fähre zum Pine Harbour. Von dort aus fuhr ich noch einmal 11 Kilometer bis zu Conrad und seiner Frau, die mich bereits erwarteten. Vor anderthalb Monaten hatte ich sie am Lake Tekapo kennengelernt – und nun saß ich mit ihnen beim Abendessen zusammen. Ein schöner Zufall und ein gelungener Abschluss.
Insgesamt bin ich rund 3.300 Kilometer durch Neuseeland gefahren und habe dabei über 35.000 Höhenmeter bewältigt. Die Strecke war geprägt von beeindruckender Natur, unvergesslichen Momenten, aber auch echten Herausforderungen. Besonders der Straßenverkehr stellte für mich die größte Gefahr dar: In den meisten Fällen gibt es keinen Seitenstreifen, und man teilt sich die Straße mit LKWs, Campern und großen Fahrzeugen.
Aus diesem Grund würde ich Neuseeland nur bedingt für Radreisen empfehlen – zumindest nicht ohne entsprechende Erfahrung und Vorsicht. Mit Bus oder Camper lässt sich das Land sicherlich entspannter bereisen. Für erfahrene Radreisende jedoch bleibt es ein intensives und lohnendes Abenteuer.
So endete mein letzter Radtag in Neuseeland – müde, aber überglücklich und voller unvergesslicher Erinnerungen.









