Tag
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Herzlichkeit auf dem Weg nach Norden – Von Hamilton bis zum Lake Waikare

Am Morgen wurde ich von lauten Motorengeräuschen geweckt, als Boote ins Wasser gelassen wurden. In meinem Zelt frühstückte ich wie gewohnt Brot mit Erdnussbutter. Anschließend unterhielt ich mich noch eine Weile mit dem Organisator des Events, bevor ich mein Zelt abbaute, als die Sonne langsam hinter den Hügeln aufging.

Ich setzte meine Fahrt in Richtung Norden fort. Die Strecke blieb weiterhin sehr hügelig, mit ständigem Auf und Ab. Nach einiger Zeit erreichte ich hervorragend ausgebaute Radwege, die mich über Cambridge bis nach Hamilton führten. Diese Radwege waren ein absoluter Traum: perfekt ausgebaut, gut ausgeschildert und ideal für Radfahrer.

Nach etwa 70 Kilometern kam ich in Hamilton bei einem Outdoorladen an, wo bereits mein neuer Kocher auf mich wartete. Dank der schnellen Unterstützung von SOTO und dem neuseeländischen Distributor Southern Approach konnte ich problemlos Ersatz bekommen. Ich testete den Kocher kurz – alles funktionierte wieder einwandfrei.

Danach ging es für mich weiter auf einem sehr schön angelegten Radweg entlang des Waikato River. Dieser zog sich über viele Kilometer, mit einigen Höhenmetern, aber stets begleitet von schöner Natur. Schließlich wechselte ich auf eine ruhigere Landstraße und fuhr weiter durch das ländliche Hinterland.

Mein Ziel für den Abend war der Lake Waikare. Auf den ersten Blick schien er ein perfekter Ort zum Zelten zu sein – mit Möglichkeiten zum Baden und Wasserfiltern. Nach kurzer Recherche stellte sich jedoch heraus, dass das Wasser durch Algen, Bakterien und Düngereinträge belastet ist. Somit fiel dieser Plan leider weg.

Ich fuhr weiter und konnte wenige Kilometer später an einem Haus meine Wasserflaschen auffüllen. Die Hilfsbereitschaft der Neuseeländer beeindruckt mich immer wieder – nach kurzem Fragen wurde mir sofort geholfen.

Da ich jedoch keinen geeigneten Schlafplatz in den umzäunten Weideflächen fand, klopfte ich schließlich an einer Haustür und fragte nach der Möglichkeit, mein Zelt aufzustellen. Beim ersten Haus hatte ich kein Glück, doch beim Nachbarn wurde ich herzlich von Greg empfangen. Ohne zu zögern erlaubte er mir, mein Zelt auf seinem Grundstück aufzubauen.

Nachdem ich mein Lager eingerichtet hatte, kamen wir ins Gespräch. Greg bot mir sogar an, meine Nudeln in seiner Küche zu kochen. So verbrachte ich den Abend mit ihm und seiner Frau, und wir unterhielten uns lange. Sie erzählten mir von ihrem Leben – ihre Tochter arbeitet inzwischen in Auckland, Greg ist Zaunbauer und seine Frau arbeitet bei der Stadtverwaltung.

Ihr Haus lag auf einer Anhöhe mit wunderschönem Blick über die Landschaft und den See – ein wirklich besonderer Ort. Am Abend machten sie mir dann noch ein unerwartetes Angebot: Ich könne doch einfach in ihrem Gästezimmer schlafen. Dieses Angebot nahm ich dankbar an.

So blieb mein Zelt ungenutzt draußen stehen, während ich in einem gemütlichen Bett einschlief – nach einem langen Tag und einer weiteren Begegnung, die mir einmal mehr die außergewöhnliche Gastfreundschaft der Menschen hier zeigte.