Gegen die Hitze bis nach Busan
Am heutigen Morgen startete ich mit ordentlich Schlafentzug. Die Nacht war aufgrund der extremen Hitze kaum erholsam gewesen, und ich fühlte mich dementsprechend schon beim Aufstehen nicht besonders gut. Trotzdem stand heute mein letzter Tag auf der Strecke nach Busan an, und ich wollte unbedingt den gesamten südkoreanischen Fahrradweg bis zum Ende fahren.
Schon am frühen Morgen war die Sonne unglaublich stark, und die Temperaturen stiegen schnell auf über 35 °C. Ich fuhr deshalb zügig weiter und blieb weiterhin entlang des Flusses auf meiner Route Richtung Busan. Immer wieder gab es kurze, überraschend steile Anstiege. Zusätzlich warteten zwei längere Anstiege auf mich, die bei dieser Hitze besonders fordernd waren.
Um mich besser vor der Sonne zu schützen, hatte ich heute eine Sturmmaske angezogen. Die Sonnencreme hatte in den vergangenen Tagen in Kombination mit dem vielen Schweiß leider kaum noch Wirkung gezeigt, sodass ich bereits einen Sonnenbrand bekommen hatte. Auch meine langen Ärmel und Hosenbeine schützten mich nicht vollständig – selbst durch den Stoff schien die Sonne noch durch. Ich war mir mittlerweile wirklich nicht mehr sicher, wie ich mich bei diesen Temperaturen noch besser schützen konnte.
Im Laufe des Vormittags wurde die Hitze schließlich so extrem, dass ich schon vor meiner geplanten Mittagspause bei einem kleinen Kiosk anhielt, um zusätzlich Wasser und etwas Essen zu kaufen. Danach fuhr ich weiter, bis ich ungefähr 75 Kilometer geschafft hatte. Eigentlich wollte ich dort in einem Supermarkt Instantnudeln für meine Mittagspause kaufen, doch weit und breit war keiner zu finden.
Also fuhr ich weiter. Dabei merkte ich immer deutlicher, wie sehr mich die Hitze körperlich belastete. Die Kombination aus Schlafmangel, den hohen Temperaturen, der intensiven Sonne und den vergangenen anstrengenden Tagen machte mir zunehmend zu schaffen. Rückblickend war das wahrscheinlich bereits der Beginn einer deutlichen Überhitzung.
Mittags wurde ich dann völlig unerwartet von einem Local eingeladen, der mich vor einem Restaurant stehen sah. Er erzählte mir, dass er ganz in der Nähe wohnt und gerade dabei ist, ein Haus zu bauen. Wir unterhielten uns kurz, bevor ich mich wieder auf den Weg machte.
Doch draußen war die Hitze mittlerweile kaum noch auszuhalten. Die Luft war stickig und heiß, dazu kam ein leichter Gegenwind, und die Sonne brannte unermüdlich vom Himmel. Der erste Moment, in dem ich wirklich merkte, dass mein Zustand gesundheitlich kritisch werden könnte, war, als ich bei einem Altenheim nach Wasser fragte. Die Mitarbeiter gaben mir glücklicherweise etwas zu trinken. Ich legte mich dort erst einmal auf den Boden und versuchte, mich zu erholen und ausreichend zu trinken.
Auch der Schlafmangel der vergangenen Nächte machte sich immer stärker bemerkbar. Ich hatte das Gefühl, dass mein Körper einfach nicht mehr richtig hinterherkam. Trotzdem wollte ich die letzten Kilometer unbedingt schaffen.
Von da an fuhr ich immer nur noch etwa 10 bis 15 Kilometer am Stück. Danach musste ich wieder irgendwo Schatten suchen und mich abkühlen. Einmal entdeckte ich sogar ein Toilettenhäuschen mit Klimaanlage. Ich nutzte die Gelegenheit, setzte mich hinein und machte dort eine kleine Essenspause.
Danach kam mir eine einfache Idee: Ich machte meine Sturmmaske und meine Radkappe nass, setzte beides wieder auf und spürte sofort eine angenehme Kühlung. Durch den heißen Gegenwind trocknete das Wasser allerdings unglaublich schnell wieder.
Etwa 15 Kilometer später musste ich erneut meine Wasserreserven auffüllen. In einem Restaurant, das gerade leer war, wurde ich sogar mit etwas Wassermelone versorgt, und die Mitarbeiter füllten mir zusätzlich meine Wasserflaschen auf. Solche kleinen Gesten bedeuten einem in solchen Momenten unglaublich viel.
Nun lagen noch etwa 30 Kilometer bis zu meinem Ziel in Busan vor mir. Ich teilte auch diese Strecke in kleine Abschnitte auf und fuhr nur noch von Schattenstelle zu Schattenstelle. Mein ursprünglicher Zeitplan war durch die vielen notwendigen Pausen mittlerweile ziemlich durcheinandergeraten. Gleichzeitig wollte ich unbedingt bis 17:30 Uhr am letzten Zertifizierungszentrum ankommen, denn dort warteten die Medaille und das Zertifikat für die erfolgreich absolvierte Cross-Country-Fahrradroute durch Südkorea auf mich.
Schließlich erreichte ich das Zertifizierungszentrum und war einfach nur erleichtert. Ich bekam meine Medaille und mein Zertifikat überreicht – ein unglaublich schönes Gefühl nach all den Kilometern, Anstiegen, der Hitze und den vielen Tagen auf dieser Route.
Anschließend musste ich noch neun Kilometer über einen weiteren Hügel bis zu meinem Hostel in der Nähe des Fährhafens fahren. Dort angekommen, war ich völlig erschöpft. Ich hatte einen leichten Sonnenstich, war extrem übermüdet und körperlich einfach komplett am Ende.
Zur Belohnung gönnte ich mir am Abend noch eine Pizza. Danach fiel ich todmüde ins Bett.
Damit war mein südkoreanisches Fahrradabenteuer erfolgreich beendet – auch wenn dieser letzte Tag mich körperlich noch einmal bis an meine Grenzen gebracht hatte.












