Abschied von Indonesien und Flug nach Taiwan
Heute Morgen schlief ich zunächst etwas länger aus und begann anschließend damit, meine Fahrradtaschen für den Flug umzupacken. Dabei folgt mittlerweile alles einer festen Routine: Die Elektronik kommt in meinen Rucksack, schwere Gegenstände ins Handgepäck und alles andere in das Aufgabegepäck. Anschließend verstaute ich alle Fahrradtaschen in einem großen Transportsack und verschloss ihn sorgfältig mit Klebeband. Danach packte ich meinen Tagesrucksack, denn für den heutigen Tag in Jakarta hatte ich noch einiges vor.
Ich hatte eine Free Walking Tour gebucht. Am Treffpunkt wartete bereits mein äußerst sympathischer Guide Fajz. Wir kamen sofort ins Gespräch und verstanden uns auf Anhieb gut. Das ist einer der großen Vorteile solcher Touren – die Guides sind meist jung, motiviert und schaffen eine lockere Atmosphäre.
Gemeinsam mit Fajz und drei Niederländerinnen erkundete ich anschließend Jakarta. Wir besichtigten eine große Kathedrale, die größte Moschee Südostasiens und erfuhren viel über die Geschichte der Stadt. Da Indonesien lange eine niederländische Kolonie war, stehen in Jakarta bis heute zahlreiche prächtige Gebäude im europäischen Kolonialstil.
Ein weiteres Highlight war die riesige Stadtbibliothek. Von der Aussichtsplattform im 24. Stock bot sich ein beeindruckender Blick über das scheinbar endlose Häusermeer Jakartas – ein Panorama, das die Größe dieser Millionenmetropole eindrucksvoll zeigte.
Anschließend führte uns die Tour über lokale Märkte. Dort wurden Tiere aller Art verkauft – von lebenden Schildkröten und Fröschen über Hamster bis hin zu Insekten. Das war für mich eher gewöhnungsbedürftig, sodass ich froh war, diesen Teil des Marktes bald wieder zu verlassen. Deutlich angenehmer war dagegen die Verkostung verschiedener lokaler Snacks, die unser Guide für uns organisiert hatte.
Nach rund fünf Stunden zu Fuß hatten wir zwar längst nicht alles gesehen, aber dennoch einen sehr guten Eindruck von Jakarta gewonnen.
Zum Abschluss gab mir Fajz noch Tipps für einen guten Friseur und eine Massage. Beides ließ ich mir natürlich nicht entgehen. Zuerst ließ ich mir die Haare schneiden und anschließend gönnte ich mir eine einstündige Massage – genau das Richtige nach den vielen Kilometern auf dem Fahrrad.
Danach wurde es allerdings noch einmal hektisch. Pünktlich zur Rushhour wollte ich zurück zu meiner Unterkunft, doch der Verkehr in Jakarta machte mir einen Strich durch die Rechnung. Der erste Taxifahrer schaffte es selbst nach einer halben Stunde nicht bis zu meinem Standort. Erst der zweite Fahrer erreichte mich nach weiteren 15 Minuten. Langsam wurde die Zeit knapp, denn ich musste noch mein Fahrrad abholen und alles für den Flug organisieren.
Während der Fahrt konnte ich immerhin mit einer Mitarbeiterin des Fahrradladens Kontakt aufnehmen. Da der Laden inzwischen bereits geschlossen hatte, wartete sie netterweise mit meinem verpackten Fahrrad vor dem Geschäft auf mich. Nachdem ich an meiner Unterkunft noch meine restlichen Sachen abgeholt hatte, fuhren wir gemeinsam zum Fahrradladen Rodalink in Bekasi.
Dort half mir die freundliche Mitarbeiterin dabei, einen Transport über Lalamove zu organisieren. Aufgrund der Sprachbarriere wäre das alleine kaum möglich gewesen, da ich weder Indonesisch spreche noch verstehe. Mit ihrer Hilfe funktionierte schließlich alles reibungslos, und mein gesamtes Gepäck wurde zum Flughafen gebracht.
Am Flughafen verstaute ich zunächst alles auf einem Gepäckwagen, ging anschließend zum Check-in, bezahlte noch das Übergewicht meines Fahrrads und gab schließlich mein gesamtes Gepäck auf.
Der Sicherheitscheck verlief überraschend unkompliziert. Diesmal musste ich nicht einmal meinen Rucksack öffnen – etwas, das mir auf anderen Flughäfen fast immer passiert.
So hatte ich schließlich noch genügend Zeit bis zum Boarding. Kurz nach Mitternacht hob mein Flug in Richtung Taipeh in Taiwan ab. Vor mir lagen etwa fünfeinhalb Stunden Flugzeit – und damit das nächste Kapitel meiner Fahrradweltreise.















